Zurzeit habe ich das Gefühl, dass die Welt ein Stück weit verrücktspielt. Einerseits werden enorme Summen für Waffen ausgegeben, während gleichzeitig viele Menschen noch immer unter Hunger leiden oder keinen Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung haben. Andererseits werden diese Waffen in Konflikten auch tatsächlich eingesetzt, was das Leid weiter vergrößert. Was mich besonders beschäftigt, ist die aus meiner Sicht unterschiedliche Bewertung ähnlicher Ereignisse durch unsere Politiker und jene der EU. Russland wird – meiner Meinung nach zu Recht – für den Angriff auf die Ukraine verurteilt und mit Sanktionen (?) belegt. Bei militärischen Aktionen anderer Staaten, etwa der USA oder Israels im Zusammenhang mit dem Iran, höre ich hingegen deutlich weniger Kritik und sehe auch keine vergleichbaren Konsequenzen. Dieser Eindruck unterschiedlicher Maßstäbe irritiert mich. Es wirkt, als könnten manche Staaten mehr oder weniger tun, was sie wollen, ohne politische Folgen befürchten zu müssen. Dabei sollten doch Kriegs-, Völker- und Menschenrechte für alle gleichermaßen gelten – unabhängig davon, um welches Land es sich handelt. Als ich 1973 im Jom-Kippur-Krieg als UN-Soldat eingesetzt war (ich kommandierte einen Zug mit über 50 Soldaten), habe ich die grausame Realität des Krieges aus nächster Nähe mitbekommen. Dass ich dabei anlässlich einer Erkundungsfahrt selbst lebensgefährlich verletzt wurde, sei hier nur am Rande erwähnt. Ich bin überzeugt: Viele jener, die in Politik, Wirtschaft oder auch im privaten Umfeld lautstark für militärische Lösungen eintreten, würden anders sprechen, wenn sie einmal an der vordersten Front stehen müssten. Erst dort würden sie verstehen, was Krieg wirklich bedeutet und welches Leid er verursacht.
Konsulent Hans Esterbauer, Vzlt. & Informationsoffizier i. R., Steyr
Erschienen am Mi, 18.3.2026
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