Das freie Wort

Das alljährliche Sommerloch

In vielen Zeitungen werden amüsante Sommergeschichten veröffentlicht, die nicht immer hundertprozentig stimmen müssen, aber ein Fünklein Wahrheit ist meistens dabei. Ein paar Beispiele gefällig? Die „Paparazzi-Zustände“ rund um Cristiano Ronaldo in Saalfelden haben sich nach tagelangen Regenfällen in Wasser aufgelöst. Die Mannschaft ist samt Ronaldo abgereist. Karl-Heinz Grasser wurde unter anderem wegen Untreue zu vier Jahren Haft verurteilt. Er sorgt noch immer für enormes mediales Interesse. Kürzlich wurde der Inhaftierte im Kärntner Maria Wörth bei einem Mittagessen mit seiner Frau gesehen. Wie ist das möglich? Er hatte Ausgang. Aber Grasser könnte sowieso bald mit Fußfessel in den Hausarrest übersiedeln und damit den Innsbrucker „Zieglstadl“ dauerhaft verlassen. Einige ganz bestimmte Politiker verkaufen es uns als Religionsfreiheit, wenn vollverschleierte Frauen mit Kopftuch und Winterkleidung durch die sommerliche Hitze marschieren. Ganz anders in Frankreich, dort spricht man sich eindeutig gegen die Vollverschleierung muslimischer Frauen aus, denn die Burka ist kein religiöses Symbol, sondern ein Zeichen der Unterwerfung und der Erniedrigung. Ein ganz anderes Thema: Beim NATO-Gipfel im Juni akzeptierte Ursula von der Leyen, dass eine feste transatlantische Partnerschaft mit den USA etwas kostet. Europa hat von diesem Verhältnis jahrzehntelang wirtschaftlich und militärisch profitiert. Nun ist Zahltag! Trump ist den Europäern auch betreffend Ukraine wieder stärker verbunden, denn die Waffen für die Ukraine werden von den USA geliefert und von den Europäern bezahlt. Bei den jüngsten Zollverhandlungen hat Trump die EU-Kommissarin streng nach seinem Motto „die USA zuerst“ über den Tisch gezogen, denn es war eindeutig ein Zolldiktat und kein Deal auf Augenhöhe. Auch wenn derzeit Ferien sind, betrifft eine andere sommerliche Story die Schulen. Besonders obergescheite Experten, aber auch Medien schlachten das Problem der Leistungsbeurteilung (Noten) mit untauglichen und oftmals populistischen Mitteln aus. Diesen Leuten und allen Ideologen bzw. realitätsfernen Wissenschaftern sei gesagt, es muss Noten geben, um die Leistungen der Schüler zu beurteilen – wir leben nun einmal in einer Leistungsgesellschaft –, und warum sollen Jugendliche in einer Seifenblase aufwachsen, die sofort zerplatzt, sobald die Schüler die Schule verlassen haben.

Mag. Anton Bürger, per E-Mail

Erschienen am Mi, 6.8.2025

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