Das freie Wort

Politischer Aschermittwoch

Auch heuer konnten die Parteichefs der drei größeren Parteien nicht widerstehen, den politischen Aschermittwoch zu inszenieren. Den tieferen Sinn dieser niveaulosen Politshow dürften nur eingefleischte Fans und bedingungslose Anhänger der jeweiligen Protagonisten erkennen. Ist es wirklich notwendig, am Aschermittwoch den politischen Mitbewerber lächerlich zu machen, zu beleidigen und auch vor persönlichen Untergriffen nicht zurückzuscheuen? Zum Gaudium schenkelklopfender Zuhörer werden andersdenkende und anders lebende Menschen verbal angegriffen, am Rednerpult volle Biergläser in einem Zug geleert und in minutenlangen Sprechchören die jeweiligen Parteiführer verherrlicht. Diese Veranstaltung wird in voller Absicht als Politfarce inszeniert und tagelang nachbereitet. Politologen analysieren und kommentieren die Aussagen und Botschaften der Redner und die Reaktion der meist begeisterten Zuhörer. Alle Hauptredner wollen Bundeskanzler werden, ihr Verhalten und Auftreten am politischen Aschermittwoch ist unwürdig, niveaulos, und sie sollten sich für ihr Auftreten schämen. Jede Partei erklärt, dass diese Veranstaltungen einfach dazugehören, nicht so ernst gemeint sind und einmal im Jahr einfach dazugehören. Da fragen sich die meisten Menschen schon, wozu diese Politshow dann abgezogen wird. Wenn der politische Aschermittwoch zur Motivierung der Parteimitglieder und Funktionäre dient, stellt sich die Frage, ob diese keine höheren Ansprüche stellen. Sollten mit diesen unwürdigen Darbietungen hingegen neue Wähler gewonnen werden, haben die Protagonisten eindeutig ihr Ziel verfehlt. Der politische Aschermittwoch in dieser Form ist ein Armutszeugnis für die jeweilige Partei und ihre Protagonisten.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Sa, 17.2.2024

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
20.6.2026Datum auswählen
Wer zahlt den Preis?
Frieden ist unbezahlbar. Gerade deshalb sollte man misstrauisch werden, wenn er wie ein Sonderangebot präsentiert wird. Das neue Iran-Abkommen wird ...
John Patrick Platzer
Basti Fantasti
Schön, dass Sebastian Kurz dank seines rechtzeitig erfolgten Absprungs aus der Politik und seiner während der Kanzlerschaft erworbenen geschäftlichen ...
Martin Krämer
Westjordanland-Politik Israels
Generell kritisiert die EU den Ausbau der jüdischen Siedlungen im Westjordanland, die international überwiegend als völkerrechtswidrig und Hindernis ...
Manfred Waldner
Bravo, Frau Kallas!
Die EU-Außenbeauftragte sagt endlich mal das, was Sache ist. Da braucht sich der Außenminister Israels, Gideon Saar, gar nicht aufzuregen. Das, was ...
Helmut Pfeiffer
Wehrdienstdauer
Die Bundesregierung hat eine Expertenkommission beauftragt, über die Dauer des Wehrdienstes Modelle zu erarbeiten. Das von der Kommission präferierte ...
Franz Peer
Reform des Wehrdienstes
Nach langem Hin und Her wird jetzt die Volksbefragung zur zukünftigen Form des Wehrdienstes vom Kanzler abgesagt. Eine Reformdebatte ist überhaupt ...
Wolfgang Ertl
Alles bleibt gleich in Österreich
Nach der Mehrheits-Meinung in den „Krone“-Leserbriefen gehört diese Regierung abgewählt, weil sie alles falsch macht, und es ist auch das ...
Franz Weinpolter
Grasser
Der arme Grasser. Jetzt hat er auch noch Steuerschulden in Millionenhöhe! Es stellt sich die Frage: „Was hat er mit den vielen Millionen an schwarzen ...
Helmut Wolf
Das ist nicht mehr mein Land!
Sehr geehrter Herr Dr. Kozlowsky, ich gebe Ihnen in vielen Dingen, die Sie am Staate Österreich kritisieren, vollkommen recht. Und es ist auch ...
Klaus Hotter
Stoppt den Förderwahnsinn!
Seit Jahren hören die Bürgerinnen und Bürger, dass Österreich sparen muss. Es wird bei Pensionen, Gesundheit, Familien und sozialen Leistungen ...
Mike Payer
Mette-Marit
Mette-Marit, Kronprinzessin von Norwegen, hat kürzlich eine lebensrettende Spenderlunge erhalten. Diese Nachricht hat nicht nur in Norwegen, sondern ...
Wolfgang Gottinger
Gesund leben wie die Schweden
Der Vorsitzende im Dachverband der Österreichischen Sozialversicherungen, Mag. Peter McDonald, warnt vor kommenden Engpässen in der heimischen ...
Dr. Wolfgang Geppert
Doppelbudget gerät ins Wanken
Gemäß der Prognose des Fiskalrats müssen im Staatshaushalt in den kommenden zwei Jahren zusätzlich 5,7 Milliarden Euro eingespart werden. Es wird ...
Kurt Gärtner
„Lebensversicherung“?
Seit November ’25 läuft der Pilnacek-U-Ausschuss. Dabei soll ermittelt werden, ob die Ermittlungen rund um den Tod des einst mächtigen Sektionschefs ...
Josef Höller
Grundwasserspiegel sinkt dramatisch
Behauptet wird natürlich wieder einmal, dass dies mit dem Klimawandel in Zusammenhang steht. Naja, also wenn man sich die Entwicklung der ...
Stefan Scharl
Inflationsausgleich bei Politikerbezügen
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die meist gut verdienenden Politiker mit einer Anhebung ihrer Bezüge von nur 1% deutlich unter der ...
Wolfgang Geizenauer
Rache an unmündigem Täter
Wenn berichtet wird, dass hier offensichtlich Betreuer zuständig waren, frage ich mich, warum die Kinder nicht betreut und beaufsichtigt wurden. ...
Barbara Glatzl
EU-Beitritt
Montenegro hat sich den Platz als 28. Mitgliedsstaat durch jahrelange, harte Arbeit verdient. Ein erfolgreicher Beitritt wäre das dringend benötigte ...
Erwin Greitler
Defizit bei Sozialversicherungen
Milliarden fehlen bei den Sozialversicherungen und werden jetzt zu Leistungskürzungen bei Langzeiteinzahlern führen. Tatsache ist, dass dieses System ...
Gerald Grebenjak

Voriger Tag
20.6.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung