Das freie Wort

Guter Wolf, böser Wolf!

Der Titel der Sonntagsbeilage der „Krone“ wäre falsch, oder zumindest irreführend, wenn nicht im Artikel auf den Seiten 12/13 dann erfreulich neutral damit umgegangen würde. Der Wolf ist ein gefährliches Raubtier, und daran ist, wenn man von seiner Hundeähnlichkeit absieht, nichts zu ändern. Setzt man den Wolf gleich mit anderen Raubtieren, merkt man das sofort. Ein Löwe, ein Krokodil, eine Hyäne, eine Giftschlange, die sind nicht gut oder lieb. Warum also der Wolf? Das liegt hauptsächlich an den „selbst ernannten“ Tierschützern, und dazu zähle ich auch viele Organisationen, die sich den Natur- und Tierschutz auf die Fahnen geschrieben haben und doch nur gewinnorientiert sind, die es verstehen, wenn man nur laut genug schreit, harmlose und uninformierte Städter zu Wolfstreichlern zu animieren. Die kennen dann nichts anderes. Wieso sind Beutetiere des Wolfes, von Schafen über Rinder bis zu Pferden oder gar Haushunden, nicht schützenswert? Wieso will man das alles deren Eigentümern, Bauern, Schafzüchter, Privatpersonen, überlassen? Wild o. k., das war und ist immer die natürliche Beute des Wolfes, aber wenn Wölfe ganze Gegenden von zum Beispiel Mufflonschafen säubern, weil diese den Wolf nicht mehr als Feind erkennen und nicht flüchten, oder wenn Wölfe in einem Bereich einfach zu viele werden, dann greift der Wolf schädlich in die Natur ein. Auch ein Reh ist schützenswert, weil es schon seit Menschengedenken bei uns lebt und gelebt hat. Wieso das also? Weil sich der Wolf bei uns ungehemmt vermehren kann und darf. Ein Grundproblem ist, dass der Wolf, weil ihm niemand etwas antun darf, kaum mehr Respekt oder gar Angst vor den Menschen hat. Er hat keinen Grund, menschliche Ansiedlungen oder Haustiere zu meiden. In Schweden oder in östlichen Ländern wie der Slowakei wird der Wolf, streng nach gesetzlichen Vorgaben, seit jeher „bewirtschaftet“, wie das unschöne Wort dafür heißt (meine ich), also auf die für das Land tragbare Anzahl reduziert, was gar nicht so einfach ist und oft Berufsjägern obliegt. Dazu kommt noch, dass dort die Landbevölkerung immer schon mit dem Wolf gelebt hat, sich zu benehmen und zu schützen weiß, und auch die Stadtbevölkerung gut informiert ist. Also danke ich der „Krone“ für den Versuch, ein Umdenken in Bewegung zu bringen.

Roland Egger, Wien

Erschienen am Mi, 14.9.2022

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