Der neuerliche Lockdown wäre nicht nötig, hätte die Regierung im Sommer auf die Virologen gehört und die Entwicklung der Infektionskurve beachtet. Immer wieder wurde beteuert, es gebe keine Alternativen oder bessere Konzepte, um schneller aus der Pandemie zu kommen. Das war und ist falsch, weil Besseres zwar möglich, jedoch nicht gewollt ist. So sind weder Virologen noch Intensivmediziner an vorderster Pandemiefront präsent, selbst in den Pressekonferenzen der Regierungsmitglieder kommen diese kaum vor. Anscheinend dulden unsere Politiker keine Experten neben sich. Portugal und Italien sind Vorreiter bei den Impfungen, warum wollte sich niemand deren Impfkonzept anschauen oder übernehmen? In diesen Ländern wurden Logistikspezialisten und im Krisenmanagement erfahrene, ranghohe Militärs mit der Umsetzung der Impfkampagne beauftragt, das Ergebnis ist höchst überzeugend. Auch unser Bundesheer wäre in der Lage, mehr als nur Assistenzleistungen zu erbringen. Erfahrungen aus nationalen und internationalen Krisen, eingespielte Krisenstäbe sowie flächendeckende Logistiknetze hätten für eine effizientere Umsetzung der Impfkampagne gesorgt. Niemand dachte daran, eine professionelle Werbeagentur zu beauftragen, die Bevölkerung mit einer positiv gehaltenen Werbekampagne zur Impfteilnahme zu motivieren? Ebenso unterließ man, die Menschen durch einen persönlich gehaltenen Brief mit geplantem Impftermin zur Impfung einzuladen. Dänemark hat das frühzeitig gemacht und eine hohe Durchimpfungsrate erreicht. Die ständigen, durch nichts zu rechtfertigenden Wohlfühlbotschaften des Bundeskanzlers waren zu oft leere Versprechen. Es ist somit nicht richtig, dass die Maßnahmen durch die Bundesregierung – wie immer wieder betont – durchdacht, effektiv und alternativlos waren. Das Krisenmanagement war beschönigend und vor allem auf bestmögliche Selbstdarstellung ausgerichtet. Vollkommen überzeugt von der Richtigkeit der Maßnahmen, fand es niemand für angebracht, den Blick darauf zu richten, was andere Länder besser machen. Mit dem Ergebnis, dass der vierte Lockdown tatsächlich alternativlos ist.
Franz Peer, Linz
Erschienen am Do, 25.11.2021
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