Das freie Wort

Umweltschutz und Steinzeit

Um die Klimaziele zu erreichen, bedarf es weder der Rückkehr in die Steinzeit noch des totalen Verzichts auf Wohlstand oder vernünftiger Mobilität. Es bedarf des Umdenkens und ernsthaften Befassens mit dem Thema Umwelt und Schutz derselben. Davon sind wir derzeit weit entfernt. Es ist Augenauswischerei, für 2040 oder früher Klimaneutralität festzuschreiben und bei den ersten Überlegungen, wie dieses ambitionierte Ziel erreicht wird, diese mit Steinzeitszenario abzuschmettern. Natürlich sind Verkehrsprojekte, die vor Jahren geplant wurden, dahingehend zu evaluieren, ob diese in der ursprünglichen Form noch notwendig und auch machbar sind. Möglicherweise gibt es gar keine Notwendigkeit mehr oder bessere Varianten. Wenn wir Umweltschutz ernst nehmen wollen, müssen wir jede geeignete Maßnahme dafür setzen. Ohne Auswirkung auf unsere Lebensweise kann das nicht gehen. Es wird zur Nagelprobe, ob wir unser Dasein absichern oder gefährden wollen. Zu glauben, wir retten unser Klima, ohne dass sich unser Leben ändert, ist naiv. Auch das Argument, wir haben bedingt durch unsere Größe kaum Einfluss auf das Weltklima, darf uns nicht hindern, endlich aktiv zu werden. Wir sollten international eine Vorreiterrolle übernehmen und den anderen Ländern zeigen, dass wirksamer Umweltschutz möglich ist, ohne auf ein Steinzeitniveau abzusinken. Wir haben sowohl die notwendige Technik als auch das Wissen dazu und sollten endlich die erforderlichen Schritte setzen. Immer nur diskutieren, neue Klimaziele formulieren und dann gegen jede erforderliche Maßnahme zu sein ist unehrlich, gefährlich und treibt uns in die Umweltkatastrophe.

Franz Peer, Linz

Erschienen am Mo, 2.8.2021

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