Eine Frage, die plötzlich auftritt. Aber so plötzlich ist das gar nicht. Seit langem gab es genug warnende Stimmen. Diese wollte nur keiner hören. Der Umstand, dass die Europäische Zentralbank geradezu unkontrolliert Euros produziert, ließ die Bevölkerung vergessen, dass es einmal eine wichtige Regel gab, die darüber entschied, wie viel Geld produziert wird. Das war der Stand der Goldreserven, die jedes Land besessen hat. 1971 fing der Untergang des echten Geldes unter der Regierung Nixon in den USA an. Vietnamkrieg, Apollo und andere Umstände führten dazu, dass genau das Land, in dem man zuvor genau darauf achtete, den realen Wert der eigenen Währung zu erhalten, die Bindung der eigenen Goldreserven ans Geld beendet. Es war natürlich ein Schwindel. Und um den Amerikanern das Ganze als notwendige Aktion zu verkaufen, gab man den Spekulanten und Börsen die Schuld. Europa, und natürlich auch Österreich, folgten diesem Beispiel ein Jahrzehnt später. Ein lästiges Übel waren die vielen unterschiedlichen Währungen wie Lire, Schilling, D-Mark usw. Als man den Europäern 2002 erfolgreich den Euro aufschwatzte, wurde es einfacher. Im Zuge einer Pandemie verkünden die Politiker fast aller europäischen Länder diverse Hilfspakete in Milliardenhöhe. Und das, obwohl schon vor Corona alle Länder, selbst Deutschland, bis über beide Ohren verschuldet waren. Somit haben wir den Beweis, dass die EZB unkontrolliert und auf Zuruf Geld druckt. Man muss kein Hellseher sein und auch nicht viel Ahnung vom Finanzsystem haben, um zu erkennen, wer die Krise zahlt. Das werden die sein, die Geld erspart haben, um im Alter nicht in Armut zu versinken, das werden die sein, die nicht ihr ganzes Geld verschwendeten, um eine Reserve für schlechte Zeiten zu haben. Schon klar, eine Währung ist abhängig vom Vertrauen der Bevölkerung in diese. Aber selbst der Uninteressierteste an diesem Thema muss erkennen, dass wir einer Geldentwertung entgegen gehen, wie es sie zum letzten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg gab.
Franz Wilding, Rutzendorf
Erschienen am Sa, 19.6.2021
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