Das freie Wort

Corona-Pandemie: man braucht viel Geld

Für die Bekämpfung der Corona-Pandemie braucht die EU Geld, Geld und nochmals Geld. Eurobonds wurden von vielen deutschen Ökonomen abgelehnt, jetzt kommt der Wiederaufbaufonds, und alles ist in Ordnung. Letztlich geht es in beiden Finanzierungsmodellen um sehr hohe Schulden, die jemand zurückzahlen muss. Aufgrund der Pandemie kauft die EZB in großem Stil Staatsanleihen. Sie flutet die Märkte mit Euros in Billionenhöhe, um die Folgen der Corona-Maßnahmen abzufangen. Ähnlich finanzierte man früher die Kriegsausgaben über Anleihen. Der Ausgang ist bekannt: Durch eine Hyperinflation zerbrach die Finanzwirtschaft. Mehr Geld, weniger Güter – das liest sich wie ein Rezept für Preisinflation. Jedoch kommt eine Inflation nicht allein durch die Notenpresse in Gang. Die Ursachen sind komplexer, als man sich das vorstellen kann. Nach Ansicht des Finanzexperten Leonhard Fischer müssen wir mit einer finanziellen Depression, einem schleichenden Sparverlust rechnen. Das bedeutet: Die Inflationsrate wird in den nächsten Jahren bis auf 4 Prozent ansteigen. Gleichzeitig werden die Zinsen sehr niedrig sein. Nicht das Corona-Virus ist hauptsächlich schuld an den ökonomischen Problemen in Italien. Die Italiener müssen vorher ihren Staat zukunftsfähig machen. Daher wird der Wiederaufbaufonds die Finanzkrise in der EU nicht abwenden, schon eher werden die Nettozahler auch finanzielle Schwierigkeiten bekommen.

Kurt Gärtner, Wels
Erschienen am Di, 2.6.2020

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