23.11.2007 15:40 |

Drogenbericht

Fast 200 Drogentote in Österreich

Der "Bericht zur Drogensituation 2007" des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen (ÖBIG) listet eine Reihe von bedenklichen Fakten auf: So ist die Zahl der Drogentoten im vergangenen Jahr erneut - auf nunmehr 197 (2005: 191) - gestiegen. Es gibt offenbar unter jungen Menschen einen Trend zum bedenklichen Missbrauch unterschiedlichster - auch illegaler - Substanzen.

"Wir haben im Jahr 2006 einen neuerlichen Anstieg der Drogentoten auf 197 registriert. Im Jahr zuvor waren es 191 gewesen. Es gab einen solchen Peak um das Jahr 2000. Im Jahr 2001 waren es dann 139", sagte Dr. Sabine Haas, Hauptautorin des Reports.

Zahl der Toten steigt kontinuierlich
Hier die Entwicklung der vergangenen Jahre: 1997 hatte es in Österreich 141 direkt suchtgiftbezogene Todesopfer gegeben, im Jahr darauf waren es 117, 1999 136, im Jahr 2000 dann 167. 2001 und 2002 sank die Zahl wieder auf jeweils 139, um danach kontinuierlich anzusteigen (2003: 163, 2004: 185, 2005 191 und 2006 dann 197).

Opfer immer jünger
Die Expertin: "Leider ist auch das Durchschnittsalter der Drogentoten wieder gesunken. Das ist eine schlechte Entwicklung. Wir haben ein steigendes Problem mit jungen Menschen mit hoch riskantem Drogenkonsum." In dem Bericht selbst heißt es: "Die (...) kontinuierliche Reduktion des Durchschnittsalters der an einer Suchtgiftintoxikation verstorbenen Personen und die Zusammenschau mit anderen Daten sprechen dafür, dass in der Gruppe der jungen Drogenkonsumierenden bzw. -abhängigen die hochriskanten Konsummuster ansteigen."

Es gibt auch Positives
Erstmals gibt über eine groß angelegte Befragung praktisch aller Personen, die wegen Drogenproblemen in Österreich in eine Betreuungseinrichtung kommen, ziemlich fundierte Daten über deren Situation. Sabine Haas: "Die Daten stammen von rund 4.200 Personen, die langfristig ambulant betreut wurden, von 1.400 stationär aufgenommenen Patienten, von 560 Drogenkonsumenten, die in niederschwelligen Einrichtungen betreut wurden und von mehr als 5.000, die zumindest kurzfristig versorgt wurden." Die Überraschung: Bei den langfristig ambulant Betreuten liegt der Anteil der Personen, die sich Heroin injizieren, bei etwa der Hälfte.

Positiv ist auch, dass mit Ende 2006 in Österreich bereits 8.120 Opiatabhängige in Substitutionstherapie waren. Es gab allein im vergangenen Jahr fast 1.100 "Neuanfänger". Doch auch hier gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Die EU-Drogenbeobachtungsstelle EBDD kritisiert regelmäßig, dass in den Haftanstalten noch immer zuwenige Opiatabhängige eine Substitutionsbehandlung bekommen.

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