Sa, 23. Juni 2018

Zeichentrickspaß

31.10.2007 12:49

"Der kleine König Macius" erobert das Kino

Er ist doch nur ein kleiner Bub, soll aber schon ein ganzes Land regieren. Prinz Macius wird zu seinem neunten Geburtstag mit der harten Wirklichkeit konfrontiert: Sein Vater, der König, stirbt. Nun muss der Sohn die viel zu große Krone tragen - und damit beginnt das spannende Zeichentrickabenteuer "Der kleine König Macius". Denn der böse General will die Macht an sich reißen und bekämpft den kleinen König. Doch mit Hilfe seiner Freunde Anton, Hanna und Felix sowie seinem Lehrer Erasmus und listigen Ideen übersteht Macius die Abenteuer, schlägt den General in die Flucht und schafft eine bessere Welt für die Kinder in seinem Königreich - mit einem großen Zoo voller Löwen, Tiger, Giraffen und Elefanten.

Viele Kinder dürften König Macius bereits als Fernsehserie oder "Sandmännchen"-Episode kennen, doch erstmals besteht er ein Abenteuer in Spielfilmlänge - und die Macher bleiben dabei dem klassischen Zeichentrick treu. Keine schnittigen Manga-Effekte, keine High-Tech-Computeranimationen wie bei „Shrek“, stattdessen dominieren die einfachen, liebevollen Zeichnungen der Charaktere. Mit ihren übergroßen Köpfen auf viel zu kleinen Körpern erfüllen die Helden genau das Kindchenschema und sind auf Anhieb sympathisch; die Bösewichte hingegen wirken wie aufgeblasene Hohlköpfe, was sie ja auch sind; und die wilden Tiere sind eher dem Plüschtierreich als der Steppe Afrikas entlehnt.

Für Kinder unter zehn Jahren
Ein bisschen 3D-Animation im Hintergrund, schöne Licht-Schatten-Spiele und fertig ist der kindgerechte Animationsfilm - zumindest für Kinder unter zehn, die noch keine Filmprofis sind und nicht jede "Spider-Man"-Szene mitsprechen können. Denn die Geschichte steht im Vordergrund, auch wenn es im Grunde genommen zwei Geschichten sind, die ein bisschen nebeneinander stehen. In der ersten geht es um das Königwerden von Macius, die Kriegstreiberei des Generals, mehr Rechte für Kinder und die Schaffung eines Kinderparlaments, das erst einmal die Erwachsenen in die Schule und die Kinder an die Arbeit schickt, wodurch Chaos entsteht; im zweiten Teil konzentrieren sich die Kinder auf die Verbesserung ihrer eigenen Welt - dazu gehört auch ein Zoo mit wilden Tieren von der Insel Tungupungu, wo vermeintliche Menschenfresser von Feinden zu Freunden werden.

Damit kommt der Film nahe an die literarische Vorlage "König Hänschen I." (Original: "Krol Macius I.") des polnischen Schriftstellers, Pädagogen und Kinderarztes Janusz Korczak (1878-1942). In seinem 1923 erschienenen Kinderroman sowie in vielen Schriften hatte sich Korczak für die Rechte von Kindern stark gemacht. Sie bräuchten eigene Erlebniswelten, in denen sie - in vernünftigen Grenzen - eigene Entscheidungen treffen sollten - was zu dieser Zeit mehr als umstritten war. Als Jude und Leiter eines jüdischen Waisenhauses wurde er Opfer der Nazis, die ihn 1942 mit 200 Kindern in das Vernichtungslager Treblinka deportierten, wo Korczak und viele Kinder getötet wurden. 30 Jahre später erhielt er posthum den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

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