01.06.2007 10:33 |

Aberglaube

Familie wollte toten Sohn zum Leben erwecken

Eine indische Familie hat den Körper ihres Sohnes drei Tage nachdem sie ihn begraben hatte, exhumieren lassen, in der Hoffnung, dass ein Wunderheiler ihn wieder zum Leben erwecken könne. Passiert ist das Ganze im Örtchen Bhejapadar im indischen Bundesstaat Orissa.

Der 21-Jährige Arun Majhi war beim Sammeln von Feuerholz im Wald von einer giftigen Schlange gebissen worden und an den Folgen des Bisses gestorben. Noch am selben Tag wurde der junge Mann von der trauernden Familie begraben. Weil seine Mutter aber zwei Tage später träumte, dass ihr Sohn zum Leben erwachen würde, grub man den Leichnam wieder aus und engagierte einen Wunderheiler, der versprach sein Bestes zu geben.

„Ich sitze neben meinem Sohn und warte, dass das Leben in ihn zurückkehrt“, sagte Aruns Vater, Bibhisan Majhi, einem Fernsehteam der Nachrichtenagentur Reuters, während er die Leiche seines Sohnes, die unter einem Moskitonetz lag, kühlte.

Als der Sohn trotz der Bemühungen des Wunderheilers nach zwei Tagen noch immer tot war, gab die Familie schließlich auf und begrub Arun Majhi erneut. Aberglaube ist in Indien – vor allem in ländlichen Gegenden, wo viele Menschen nie eine Schule besucht haben -  weit verbreitet.

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