18.04.2007 15:50 |

Gewalt vor Wahl

Soldaten töten in Nigeria 25 militante Muslime

Nahe der Stadt Kano im Norden von Nigeria haben Soldaten bei Feuergefechten 25 militante Muslime getötet. Wie der britische Sender BBC am Mittwoch unter Berufung auf das Militär berichtete, begannen die Sicherheitskräfte mit der Offensive, nachdem die Extremisten am Dienstag bei einem Überfall auf eine Polizeiwache in Kano 12 Beamte getötet hatten. Neun Militante seien gefasst worden. Die erneute Gewalt verschärfte wenige Tage vor der Präsidentenwahl an diesem Samstag die Spannungen in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas.

Nach dem Überfall in Kano, an dem laut Medienberichten bis zu 300 Extremisten beteiligt waren, hatten die Behörden Sicherheitskräfte in der Stadt massiv verstärkt. Die Angreifer sollen einer nigerianischen Taliban-Bewegung angehören, die nach eigenen Angaben die Institutionen der Regierung bekämpft. Hunderte Bewohner sind nach vorliegenden Berichten aus der Stadt geflohen.

Opposition ruft zum Wahlboykott auf
Die Opposition in Nigeria rief zum Wahlboykott auf. 18 Parteien hätten sich dem Aufruf angeschlossen, berichteten die Medien. Die Opposition erklärte, die Wahlen müssten verschoben werden, um eine freie und faire Abstimmung zu ermöglichen. Erst am Vortag hatte die nationale Wahlkommission den einen Monat zuvor ausgeschlossenen Kandidaten der Opposition, Atiku Abubakar, auf Druck des Obersten Gerichtshofes wieder zur Wahl zugelassen.

Abubakar hatte mit dafür gesorgt, dass Präsident Olusegun Obasanjo (70) nicht noch ein drittes Mal antreten durfte. Kurz darauf war er der Veruntreuung von 140 Millionen Dollar (103 Millionen Euro) beschuldigt und von der Wahl ausgeschlossen worden. Bei der Präsidentenwahl am 21. April gilt der Kandidat der Regierungspartei und muslimische Gouverneur des Bundesstaates Katsina, Umaru Yar'Adua von der regierenden Demokratischen Volkspartei (PDP), als Favorit.

60 Millionen Nigerianer wählen am Samstag
Mehr als 60 Millionen registrierte Wähler stimmen in Nigeria am Samstag über einen neuen Präsidenten und eine neue Nationalversammlung ab. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1960 hat es in Nigeria keinen geordneten Regierungswechsel gegeben.