Hilfe gesucht

Mutter verfolgt Mörder ihrer Tochter

Die neue Justizministerin soll nun der verbitterten Mutter eines Linzer Mordopfers helfen, den Fall aufzuklären und den Verdächtigen endlich anzuklagen: Die Krankenpflegerin Petra Rothmayer (27) war vor zehn Jahren nach handgreiflichen Eifersuchtsszenen mit ihrem gewalttätigen Freund (31) verschwunden, ihre Leiche wurde 22 Tage später in der Traun gefunden.

Mit Kopf- und Schnittwunden: „Von fremder Hand“ steht als Todesursache am Totenschein. Der vorbestrafte Verdächtige wurde zwar verhaftet und verhört, aber nach 48 Stunden wieder freigelassen, weil ihn vier Zeugen entlasteten: Petra sei nicht beim Streit verletzt und ertränkt worden, sondern noch neun Tage später lebend gesehen worden. Allerdings mit Kleidern, die in ihrer verwaisten Wohnung eingesperrt waren. Weder dieser, noch andere Widersprüche machten Kripo, Staatsanwalt und U-Richterin Kopfzerbrechen: Dass seine Briefe aus ihrem Zimmer verschwunden waren, dass sein Blut auf ihrer Jacke vor ihrer Haustür gefunden wurde - und viele andere Indizien waren für die Justiz kein Beweis. Das Verfahren gegen den Verdächtigen wurde 1998 eingestellt.

„Ich werde nicht aufgeben“
„Wenn er mich gesehen hat, hat er mir den Stinkefinger gezeigt“, begründet Mutter Isabell Rothmayer (58) empört, warum sie aus der Nachbarschaft des „Ex-Schwiegersohnes“ weggezogen ist, warum sie Gerechtigkeit verlangt: „Ich werde nicht aufgeben, das hab´ ich am Grab von Petra geschworen“, erweichte die kämpferische Mutter in der Barbara-Karlich-Show auch das Herz des Kriminal-Psychologen Thomas Müller, der die geschlossenen Akten aufmachen will.

Justizministerin vertröstet Bittstellerin
Die Oberstaatsanwältin Ulrike Althuber und Justizministerin Karin Gastinger vertrösteten die Bittstellerin: Dass Petra einem Mord zum Opfer gefallen ist, sei nur mit neuen Beweismitteln neuer Kriminaltechniken zu klären. Die Leiche wurde aber eingeäschert, ihr Mageninhalt von Gerichtsmedizinern entsorgt.

Die Mutter will nun die neue Justizministerin Maria Berger erweichen, den Fall mit neuen Zeugenbefragungen zu einem neuen Liegezeitgutachten wieder aufzurollen: „Die Aussagen können nicht stimmen, wenn meine Tochter nicht nur zwei, sondern auch drei Wochen lang im Wasser gelegen sein könnte“, appelliert Rothmayer an Berger, für Recht und Sühne zu sorgen: „Sie soll alle Widersprüche aufklären lassen.“

 

 

Foto: Chris Koller

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