So, 21. April 2019
08.12.2017 21:07

Perchten-Tradition

In Saalfelden stampfen wieder die Tresterer

90 lange Jahre ruhte der Tresterer-Brauch in Saalfelden: Jetzt hat ihn eine Gruppe rund um Thomas Grundner neu belebt. Am Freitag traten die markanten Perchtenfiguren mit den langen Bändern erstmals auf. Die neuen Tresterer sind sehr traditionsbewusst: Mit Liebe zum Detail haben sie die Tanzschritte einstudiert.

Dass auch Saalfelden früher Pinzgauer Tresterer-Ort (neben Stuhlfelden, Bruck, Zell am See und Unken) war, belegt ein altes Wappen am Florianiplatz: "Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es zwei Tresterer-Gruppen", erzählt Thomas Grundner aus Saalfelden-Lenzing, viele Jahre auch Mitglied bei einer Krampus-Pass.

Perchten-Tradition nach 90 Jahren Pause neu belebt

Die Idee, Tresterer wieder auferstehen zu lassen, reift seit vier Jahren. Die Gruppe stellte Nachforschungen an. Die Ursprünge des Stampftanzes sind unklar: "Wir wecken den Boden auf. Das ist unsere Interpretation", so Grundner. Die Saalfeldner Tresterer studierten die Schritte nach alten Aufzeichnungen ein. Grundner: "Auf den Trischlag, einem Tanz ohne Musik, folgt der Spieltanz mit Musik und wieder ein Trischlag."

Viel Arbeit waren auch die Kostüme: Hose und Jacke sind aus edlem Brokat. Auch die Schuhe wurde damit überzogen. Und die Hüte samt Schmuck, Federn und Bänder bastelten die Tresterer selbst. Grundner: "Wir sind regelmäßig im Probenraum zusammengekommen." Er schätzt auch das Verbindende am Brauch.

Gruppe forschte nach und führt Tanz ursprünglich auf

Die Schönperchten nehmen auch Begleiter wie Schiachperchten oder den Krapfenschnapper mit: "Er hat früher bei den Bauern gleich nach Essbarem Ausschau gehalten. Kekse gab es damals nicht, aber die Bauernkrapfen." Und auch für den Ort typische Figuren kommen dazu: Ein Einsiedler, zwar im ersten Jahr nicht der "Echte", aber Sinnbild für die alte Klause.

Die Tresterer traten am Freitag im Museum erstmals auf. Auch in den Raunächten werden sie Glück bringen. Aber ohne touristische Aufträge, ohne Show.

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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