Do, 16. August 2018

Neues Werk

18.11.2017 10:58

Die goldene Ära von Gastein

Das Tauerngold hat Gastein zur Hochblüte gebracht. Spiritus Rector des Aufstiegs war Christoff Weitmoser vor 500 Jahren. Es war quasi wie ein Sechser im Lotto, als er im Jahr 1530 im Radhausberg auf ein Erzlager voll mit Gold stieß. Er hatte alles, was er sich jemals erträumte, doch nach der Glanzzeit kam der Fall...

Historiker Fritz Gruber saß ein Jahr lang an seinem Schreibtisch, um die Chronik der Familie Weitmoser in seinem neusten knapp 500-Seiten-Werk aufzuarbeiten. Bei seiner Recherche fand er heraus, dass die Urheimat der Familie klar in St. Johann ist, genau dort, wo heute die Jugendherberge Weitenmoos steht. 1496 lebte Landwirt Cristan Weitmoser hier.

"Hans Weitmoser dürfte später in Gastein etwas mit Pferden zu tun gehabt haben. Bereits er war im Bergbau als Lehenschafter tätig. Sein Sohn Christoff hat nach seinem Tod 1526 am Radhausberg den Stollen "Zu unserer Frauen" geerbt. 1530 gelang ihm der große Wurf", erzählt Gruber. Er stieß auf ein Erzlager voll mit reichem Golderz und wurde von einem Tag zum anderen zu einem reichen Mann. Er kaufte sich neun Jahre später direkt am Nordufer des Chiemsees ein riesiges Anwesen, auch in der Stadt Salzburg besaß er drei Häuser. Zusammen mit zwei weiteren Privatgewerken gewannen sie um 1557 insgesamt 830 Kilogramm Gold und 2723 Kilogramm Silber im Jahr aus dem Radhausberg. "An die Landesherren mussten sie Steuern zahlen, die Belastung lag bei 23 % des Umsatzes", weiß der Bergbauhistoriker aus Unterlagen im Salzburger Landesarchiv. Gleichzeitig hatte Christoff Weitmoser so viel stillliegendes Geld, dass er Erzherzog Ferdinand I. und auch Kaiser Karl V Kredite gab, meist 20.000 Gulden Großteils für die Türkenabwehr.

Ab 1558 machten sich erste Anzeichen für den Rückgang bemerkbar. Die Lagerstätte war ausgebeutet und das Gold wurde immer weniger. Bis 1616 war alles weg. "Das war der entscheidende Grund für die Verarmung."

Sandra Aigner, Kronen Zeitung

Zitat - Fritz Gruber, Buchautor und Bergbauhistoriker aus Böckstein

Für Bad Gastein heute wünsche ich mir, dass es weiter geht und die von Fäule betroffenen Häuser schnell revitalisiert werden.

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