04.10.2017 22:02 |

Tragischer Unfall

Sog von Zug schleudert Kleinkind auf Bahnsteig

Tragisches Unglück am Bahnhof in Puch: Eine Mutter wartete mit ihrem einjährigen Mädchen im Kinderwagen und ihrem dreijährigen Buben an der Hand auf die Bahn. Als ein Güterzug vorbeifuhr, war der Sog so groß, dass das Wagerl durch die Luft gewirbelt und das Kind auf den Bahnsteig geschleudert wurde.

Die kleine Familie wollte am Mittwochvormittag mit der Bahn nach Salzburg fahren. Die Mutter (24), eine Einheimische, hatte eine Hand ihrem Buben gegeben. Mit der anderen schaukelte sie den Kinderwagen, in dem ihr Mädchen lag. Nur ganz kurz ließ sie den Wagen einmal los. Genau in dem Moment fuhr ein Güterzug mit höherem Tempo durch den Bahnhof. Der Sog zwischen den Waggons war derart stark, dass der Kinderwagen plötzlich durch die Luft gewirbelt wurde. Das Mädchen wurde aus dem Wagerl auf den harten Asphalt des Bahnsteigs geschleudert.

Zeugen eilten der völlig aufgelösten und verzweifelten Mutter zu Hilfe und riefen auch die Rettung. Die schwerst verletzte Einjährige wurde nach der Erstversorgung vor Ort ins Kinderspital nach Salzburg gebracht. Dort stellten die Ärzte fest, dass Lebensgefahr besteht. Sie versuchten noch alles, um das kleine Mädchen zu retten. Doch am Nachmittag erlag das Kleinkind seinen schweren Verletzungen.

Für die Mutter brach eine Welt zusammen. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes kümmerte sich in der Folge um die traumatisierte Familie. Die Polizei hat umgehend Ermittlungen eingeleitet. Ob der Zug etwa zu schnell unterwegs war, muss geklärt werden. Es wird aber noch einige Tage dauern, bis Genaueres gesagt werden kann: "Wir arbeiten hier eng mit den ÖBB zusammen. Es ist auf jeden Fall so, je größer die Oberfläche der Waggons ist, umso größer sind die Luftwirbel und der Fahrtwind. Möglicherweise haben wir sogar ein Video vom Vorfall. Die Mutter ist noch nicht einvernahmefähig", erklärt Polizeisprecher Hans Wolfgruber.

Ebenfalls am Mittwoch kam es in Zürich (Schweiz) zu einem ähnlichen Vorfall: Da rollte ein Kinderwagen auf die Gleise. Passanten hoben das Baby aber rechtzeitig hoch. Eine Minute später kam der nächste Zug. Güterzüge dürfen mit bis zu 120 km/h durch Bahnhöfe fahren. Zur Sicherheit sollte man 80 cm Abstand bis zur Bahnsteigkante einhalten.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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