Do, 20. September 2018

Neue Fälle

28.09.2017 08:57

Albanien: Europas traurigste Bären leiden weiter

Die grausame Bärenhaltung in Albanien nimmt kein Ende. Aktuelle Recherchen der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" dokumentieren neue, schwerwiegende Fälle. Rund 20 Bären werden immer noch vor allem für Unterhaltungszwecke missbraucht und leiden unter nicht artgemäßer Haltung. Um diese Tiere zu retten, nehmen die Tierschützer erneut die albanische Regierung in die Pflicht.

Schon im Frühling 2016 hatte die Tierschutzorganisation ihre Arbeit in Albanien aufgenommen, um dort die "traurigsten Bären Europas" aus schlechten Haltungsbedingungen zu retten. "Es ist aber immer wieder aufs Neue schockierend zu sehen, wie hier mit Bären umgegangen wird", sagt "Vier Pfoten"-Wildtierexperte Thomas Pietsch. In dem beliebten Hotel "Thethi Paradise" im nordalbanischen Theth dienen beispielsweise zwei Bärenjungen zur Belustigung von Touristen. Es ist anzunehmen, dass die beiden Bären den Hotelbesitzern "nicht einfach zugelaufen sind, sondern illegal aus der Wildnis entnommen wurden."

"Trauriges Schicksal hinter jedem Jungbären"
Wenn die zwei männlichen Jungtiere nicht für Unterhaltungszwecke genutzt werden, fristen sie ein karges Dasein in einem kleinen Verschlag. Ebenfalls dramatisch dürfte die Lage eines Bären sein, der in dem Musikvideo des albanischen Künstlers Mozzik auftaucht. "Hinter jedem süßen Jungbären steckt ein tragisches Schicksal. Wir gehen davon aus, dass seine Mutter bei der Wilderei getötet wurde und der kleine Bär nun unter nicht artgemäßen Haltungsbedingungen leben muss", so Pietsch.

Die Leidensgeschichten dieser drei Bären sind keinesfalls Einzelfälle. Zwar wurden im vergangenen Jahr 22 Bären in Albanien gerettet, laut Schätzungen der "Vier Pfoten" werden derzeit aber noch immer rund 20 Bären unter ähnlich schlechten Bedingungen gehalten. "Ein Ende dieser Quälerei ist leider noch nicht in Sicht. Der Nachschub an Jungbären geht ungebremst weiter. Nur harte und konsequente Strafen für Wilderer, Händler und Halter können dieses Problem lösen", sagt Pietsch.

Zusammenarbeit mit dem albanischen Umweltministerium
Um die Bären in Albanien nachhaltig zu schützen, fordern die "Vier Pfoten" die neue Regierung auf, ein klares gesetzliches Verbot zur grausamen Haltung einzuführen sowie bestehende Gesetze zum Schutz von Bären in der Natur und in Gefangenschaft konsequent umzusetzen. Darüber hinaus soll mit dem Bau einer staatlichen Bären-Auffangstation begonnen werden.

Bereits mehrere Bären gerettet
Bereits in der Vergangenheit hat die Kooperation zwischen der Tierschutzorganisation und dem albanischen Umweltministerium zur Rettung mehrerer Bären beigetragen. Einige davon sind im von den "Vier Pfoten" betriebenen Bärenwald Prishtina im benachbarten Kosovo untergekommen. Unter anderem fanden dort Ketten-Bär "Pashuk", Restaurant-Bärin "Gjina" und Bier-Bär "Tomi" ein artgemäßes Zuhause. Die ebenfalls aus Albanien gerettete Selfie-Bärin "Jeta" wurde im bulgarischen Tanzbärenpark Belitsa untergebracht.

Die "Krone Tierecke" hat die "Vier Pfoten" bei der Bärenrettung begleitet - lesen Sie HIER mehr!

Petition unterschreiben!
"Die Zusammenarbeit mit der Regierung hat bisher gute Ergebnisse gebracht. Nun hoffen wir, dass auch der neue Minister für Umwelt und Tourismus die erfolgreiche Partnerschaft fortsetzt", so Pietsch. Um die albanische Regierung weiterhin zu überzeugen, haben die "Vier Pfoten" eine Petition gestartet, die bereits von über 340.000 Unterstützern weltweit unterschrieben wurde.

 krone.at
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