Land

„Faistenau will den Steinbruch nicht, Punkt!”

Salzburg
23.09.2017 16:27

Seit acht Jahren plant Schotterunternehmer Josef Eder am Lidaun einen Steinbruch. Genau so lange wehren sich die Faistenauer mit Händen und Füßen. Es gab schon einen positiven Bescheid, doch zahlreiche Verfahrensfehler führten zur Aufhebung. Am Dienstag ist nun wieder eine mündliche Verhandlung anberaumt.

"Natur erhalten, nicht vernichten!" "Steinbruch gefährdet unsere Wasserquellen!" "Arbeitsplätze erhalten!" Die Faistenauer sind am Samstag mit Rückendeckung von Bürgermeister Josef Wörndl und Vizebürgermeister Andreas Teufl mit ihren Protestschildern zum "Krone"-Lokalaugenschein erschienen, das Thema Steinbruch am Lidaun regt auf.

Entfernung Kirche und Steinbruch: 500 Meter
Schotterunternehmer Josef Eder will dort Rohstoff für den Straßenbau gewinnen. Wie berichtet gab es dafür schon einen positiven Bescheid nach dem Mineralrohstoffgesetz, doch der wurde wegen massiver Verfahrensfehler aufgehoben. Am Dienstag geht es nun in Faistenau mit einer neuerlichen mündlichen Verhandlung weiter. Gastronom Andreas Teufl fasst die Bedenken der Faistenauer zusammen: "Lärm, Dreck, Staub, viele Lastwagenfahrten, die Zerstörung der Natur und die Gefährdung der Wasserversorgung machen uns Sorgen. Ich sehe die Arbeitsplätze im Tourismus in Gefahr. Und: Eine Abwertung von Grund und Boden ist unausweichlich, wenn der Steinbruch kommt. Das gibt es nirgendwo in Salzburg, dass ein solcher Abbau nur 500 Meter entfernt vom Kirchturm stattfindet." Teufl will bis zum Europäischen Gerichtshof gehen, um das Projekt zu verhindern und spart auch nicht an formaler Kritik: "Dass wir jetzt wieder die gleiche Verfahrensleiterin haben wie damals als die ganzen, massiven Verfahrensfehler passiert sind, macht mich sehr stutzig."

Demonstrieren Einigkeit im Kampf: Bgm.Josef Wörndl (rechts) & VBgm. Andreas Teufl (links). (Bild: Melanie Hutter)
Demonstrieren Einigkeit im Kampf: Bgm.Josef Wörndl (rechts) & VBgm. Andreas Teufl (links).

Bürgermeister Josef Wörndl schlägt in die gleichen Kerben, will alle Mittel ausschöpfen, um den Steinbruch zu verhindern. Sogar Anwälte hat die Gemeinde engagiert. "Wir tun uns finanziell nicht leicht, aber die se Kosten haben wir im Budget fix reserviert", so der Ortschef (siehe Interview).

Schotterfirma: "Lidaun für Flachgau wichtig"
Schotterunternehmer Josef Eder sieht das alles naturgemäß anders. Sein Sohn Hans hat sich am Samstag gegenüber der "Krone" für vehement den Steinbruch eingesetzt: "Wir glauben, dass wir am Lidaun im Einklang mit Mensch und Natur diesen wichtigen und so dringend benötigten Rohstoff gewinnen können", so Hans Eder. Die Bedenken der Faistenauer verstehe er, aber: "Wir hätten gerne ein anderes Unternehmen von uns bei einer Exkursion hergezeigt, es gab aber keine Anmeldungen", so der Juniorchef. Dennoch wolle man die Informationsoffensive fortsetzen, um Kritiker zu überzeugen. Auch der Umweltschutzgedanke wird ins Feld geführt: "Wir sind ein Nahversorger für den Straßenbau. Es ist nicht sinnvoll, wenn wir den Flachgau vom Pongau und Tennengau aus versorgen müssen, das sind viele zusätzliche Kilometer."

Im Idealfall - natürlich aus Unternehmersicht - rechnen die Eders mit einem weiteren positiven Bescheid noch heuer.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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