Ursache ermittelt

Lokführer hatte Haltesignal missachtet!

"Es war menschliches Versagen", ergab die Untersuchung der Unfallkommission nach dem Zug-Unfall in Linz. Demnach hätte der Lokführer einer neuen Westbahngarnitur bei der Testfahrt ein Haltesignal missachtet und den 18 Millionen Euro teuren Zug gegen Güterwaggons gesteuert. Warum, ist noch unklar.

"Es war offenbar menschliches Versagen - wir gehen derzeit von Fahrlässigkeit aus, haben die Polizei mit weiteren Ermittlungen beauftragt", erklärte am Tag nach dem Bahn-Crash der Linzer Staatsanwaltssprecher Philip Christl. Wie berichtet, waren Mittwochmittag im Bereich des Verschiebebahnhofs in Linz eine neue West-Bahngarnitur und ein Erzzug der Cargo Service zusammengestoßen. Der 36-jährige Westbahn-Lokführer aus dem Raum Tulln (NÖ) wurde dabei schwer verletzt, von der mitfahrenden achtköpfigen Kommission der Westbahn und des Herstellers wurden vier Personen mit leichteren Verletzungen von Rettungen ins UKH und in den Medcampus eingeliefert. Der Lokführer, der auch mehrere Rippenbrüche erlitten hat, wird nun erklären müssen, warum er das Haltesignal missachtet hat. Die Anlage wird aber auch auf Defekte hin untersucht.

Enormer Sachschaden noch nicht absehbar
Während an einem Güterwaggon des Erzzuges nur leichterer Sachschaden entstanden sein dürfte, wurde der neue Personenzug schwer beschädigt. "Wir haben zehn neue Garnituren um insgesamt 180 Millionen Euro gekauft. Jetzt muss geklärt werden, ob der vierteilige, durchgehende Zug nur im vorderen Bereich beschädigt ist, oder ob beim Zusammenstoß auch im hinteren Teil Schäden entstanden sind", kann Westbahn-Sprecherin Ines Volpert noch keine genaue Schadenssumme nennen.

Zur Bergung der Züge Umfahrung gesperrt
Zur Bergung des schwer beschädigten Zuges mittels Spezialkränen musste am Donnerstag die Ebelsberger Umfahrung im Bereich der Turmstraße stundenlang gesperrt werden.

Johann Haginger / Kronen Zeitung

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Sonntag, 25. Oktober 2020
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