Di, 16. Oktober 2018

Schulcluster

02.07.2017 16:56

Steirische Direktorinnen gibt es im Doppelpack

Die Einigung kam fünf vor Zwölf, diese Woche wurde die Schulreform im Parlament beschlossen. Ein Eckpunkt: die Schulcluster. Bis zu acht Schulen können unter einer Leitung stehen. In der Steiermark gibt es bereits mehr als ein Dutzend ähnliche Konstellationen. Die "Steirerkrone" hat mit zwei betroffene Direktorinnen gesprochen.

Jeden Tag in der großen Pause packt Grete Müller Arbeitstasche und Laptop und wechselt den Dienstort: "Ich sehe es als Wertschätzung gegenüber Kindern, Eltern, Lehrern und Lehrerinnen, an beiden Schulen täglich präsent zu sein." Müller leitet die Volksschule in Pölfing-Brunn und seit Dezember des Vorjahres auch jene in St. Martin im Sulmtal.

Die Arbeit hat sich vielfach verdoppelt: der Kontakt mit den Gemeinden, Elterngespräche, Dienstbesprechungen usw. Müller unterrichtet in Pölfing-Brunn zudem elf Stunden in der Woche und suppliert, wenn Kollegen erkranken. Zehn- bis Zwölf-Stunden-Tage sind da die Regel. Dennoch könnte sie sich vorstellen, noch eine weitere Schule zu übernehmen - "aber nur dann, wenn ich als Schulleiterin vom Unterricht freigestellt bin".

Positiv am Schulverbund: Die Lehrerinnenteams sind vernetzt, tauschen sich in gemeinsamen Konferenzen aus und stimmen pädagogische Schwerpunkte ab.

"Man merkt nicht, dass es zwei Schulen sind"
Wenn Doris Schutting von einer Schule zur anderen wechselt, muss sie nicht ins Auto steigen: Volksschule und Neue Mittelschule in St. Katharein an der Laming sind im selben Gebäude, seit sieben Jahren werden die beiden Bildungseinrichtungen von Schutting geleitet.

Eine exakte Arbeitstrennung ist nicht möglich: "Ich bin den ganzen Tag für alle da." Es gibt nur ein Konferenzzimmer, die gleichen Pausenzeiten, gemeinsame Feste und Projekttage. Auch die Lehrer helfen gegenseitig aus. Schutting: "Man merkt oft gar nicht, dass es zwei verschiedene Schulen sind."

Sehr wohl spürt man das in der Verwaltung. Die ist nämlich getrennt. Das bedeutet aber natürlich auch doppelte Arbeit…

Josef Fürbass und Jakob Traby, Kronen Zeitung

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