Fr, 19. Oktober 2018

Fossilfund zeigt:

16.05.2017 06:59

Bartenwal-Urahn hatte Zähne und Hinterbeine

Ein Fossilfund in Peru wirft ein neues Licht auf die Evolution der Bartenwale, zu denen auch Blau- und Buckelwale gehören. Die versteinerten Überreste der neuen Art sei zwar ein Urahn der heutigen Bartenwale, habe aber noch keine Barten, sondern besitze noch Zähne sowie zwei rudimentäre Hinterbeine, berichtet ein Team um Oliver Lambert vom Königlichen Belgischen Insitut für Naturwissenschaften in Brüssel.

Aus diesem Grund haben die Wissenschaftler der neu entdeckten Art den wissenschaftlichen Namen Mystacodon - was so viel heißt wie "gezahnter Bartenwal" - verpasst. "Mystacodon passt perfekt zu dem, war wir von einem Bindeglied zwischen dem urzeitlichen Basilosaurier und dem daraus abstammenden Bartenwalen erwarten würden", erläutert der Paläontologe Lambert im Fachjournal "Current Biology".

Auf Grund der Kopfform von Mystacodon nehmen die Forscher an, dass der Vorfahre der heutigen Bartenwale vermutlich bodennah nach Beute gejagt hat. Mittels einer Analyse der Schädelknochendichte, hofft Lambert die These, dass das knapp vier Meter große Tier am Meeresboden gründelte, beweisen zu können. "Wenn langsam schwimmende Meeresäuger nahe am Grund leben, ist ihr Knochen üblicherweise kompakter. Und genau das wollen wir beim Mystacodon überprüfen", so der Wissenschaftler.

Ging man bislang davon aus, dass die Wale ihre Hinterbeinchen (im Bild rot markiert) noch vor der Aufspaltung in Zahn- und Bartenwale "verloren" haben, deute die Entdeckung des fossilen Mystacodon nun darauf hin, dass sich die Hinterbeine bei Barten- und Zahnwalen unabhänging voneinander zurückgebildet haben, so die Forscher um Lambert.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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