05.04.2017 18:04 |

Urteil bestätigt

Jetzt steht fest: Grazer Amokfahrt war Mord!

Drei Tote, 52 Verletzte und viele sind bis heute traumatisiert - das ist die schreckliche Bilanz der Amokfahrt von Graz. Jetzt steht fest: Alen R. (27), der mit seinem Auto direkt auf Menschen zugefahren ist, hat vorsätzlich gehandelt. Es war dreifacher Mord und mehr als hundertfacher Mordversuch, entschied das Höchstgericht am Mittwoch.

Das Urteil in dem spektakulären Prozess im September 2016 hat für viele Diskussionen gesorgt. Im Mittelpunkt stand jener 27-jährige Mann, der sich im schneeweißen Anzug dem Gericht präsentiert hatte. Die Kernfrage lautete: War er zurechnungsfähig, als er im Juni 2015 mit seinem Geländewagen durch die Grazer Innenstadt raste und direkt auf Menschen zufuhr? Viele wurden überrollt, drei Personen, unter ihnen auch ein kleines Kind, starben.

Wegen Gefährlichkeit in Anstalt eingewiesen
Zwei Gutachter erklärten Alen R. für unzurechnungsfähig und schizophren. Er selbst hatte immer behauptet, im Wahn losgerast zu sein, ohne Absicht. Doch für zwei andere Gutachter handelte Alen R. vorsätzlich. Eine Psychologin bezeichnete die Tat als Amokfahrt einer gescheiterten Existenz. In diesem Sinn entschied auch das Geschworenengericht: Lebenslange Haft, lautete das Urteil. Alen R. wurde außerdem in eine Anstalt eingewiesen, aber nicht weil er krank, sondern weil er gefährlich ist.

Der Angeklagte berief sofort, der Oberste Gerichtshof bestätigte jetzt den Schuldspruch. Über die Strafhöhe soll das Oberlandesgericht Wien entscheiden - wohl eher nur noch ein Formalakt.

Barbara Winkler und Peter Grotter, Kronen Zeitung

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