"The Black Parade"

“Trauerspiel” von My Chemical Romance

Musik
02.11.2006 20:22
Makaber, theatralisch und mit einem leichten Hang zur Morbidität: So präsentieren sich My Chemical Romance auf ihrem neusten Album "The Black Parade". Trotz allerlei Songs über Tod, Verlust und Schmerz ist die CD alles andere als ein musikalisches Trauerspiel.
kmm

Morbide sind Gerard Way und seine Mannen auf jeden Fall, das lässt sich nicht von der Hand weisen. Kaum ein Lied vergeht, ohne dass der charismatische Sänger nicht über Tod und Trauer philosophiert. Das lässt sich bereits anhand der Songtitel belegen: Den Anfang macht "The End", ein Song, wie er für einen Einstieg kaum pompöser ausfallen könnte und der Assoziationen an Queens "Bohemian Rhapsody" weckt, den Abschluss bilden die berühmten letzten Worte: "Famous last Words". 

Zwischendrin tummeln sich so Gassenhauer wie "Dead", die bereits überaus erfolgreiche Single "Welcome to the Black Parade", das eher getragene "Cancer", ein Song über den Tod eines Krebspatienten oder "Mama", auf dem niemand geringeres als Liza Minelli die Mutter Krieg spricht.

Musikalisch gibt man sich auf "The Black Parade" äußerst großspurig, mit viel Pathos und Theatralik. Hart rockende Gitarrenwälle und druckvolle Drums paaren sich mit sanften Piano-Klängen, Streichern, Chören oder Bläsern und schaffen ein wahrlich opernhaftes Hörvergnügen, in dem es auch nach mehrmaligem Hören immer wieder Neues zu entdecken gibt. Hinzu kommt die äußerst wandelbare und vielseitige Stimme des Frontmannes Gerard Way, die stets zwischen himmel hochjauchzend und zu Tode betrübt schwankt.

Für die fast schon zu perfekte Produktion der insgesamt 13 Songs zeichnet sich übrigens Rob Cavallo verantwortlich, der zuletzt die Punkrocker von Green Day produzierte.

Schon alleine wegen des Openers "The End" lohnt der Kauf des neuen "My Chemical Romance"-Albums. Doch auch darüber hinaus bietet "The Black Parade" eine gelungene Mischung aus harten Klängen und ins Ohr gehenden Mitsing-Refrains. Einfach eine Platte, durch die man gut unterhalten wird.

Fazit: 9 von 10 Trauerklößen

Hörproben zu allen Song findest du über den Link in der Infobox. Anspieltipps: "The End","The Sharpest Lives", "Mama","Disenchanted".

von Sebastian Räuchle

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