Di, 18. Dezember 2018

Sparkurs zu Ende

20.10.2016 16:45

Steirische Militärmusik ist wieder "Marsch-bereit"

Zuerst wurde sie unter Verteidigungsminister Gerald Klug kleingespart, jetzt kehrt sie unter Minister Hans Peter Doskozil in voller Stärke zurück: die Militärmusik Steiermark. Seit Anfang Oktober stehen dem Kapellmeister wieder 44 Musiker, darunter erstmals drei Frauen, zur Verfügung. Die Proben für die ersten Großauftritte in der kommenden Woche gehen in die finale Phase.

"Alles auf!" Wenn Oberst Hannes Lackner den Raum betritt, wird klar: Hier handelt es sich um kein gewöhnliches Blasorchester. 44 Musiker stehen stramm, es wird Meldung gemacht, erst dann dürfen sich alle wieder setzen. Ein rüder Kasernenton ist bei der Militärmusik Steiermark dennoch nicht anzutreffen. Wenn Kapellmeister Lackner seine Musiker korrigiert, dann in einer ruhigen Art und Weise: "Den Auftakt nicht zu schwerfällig." Oder: "Seien Sie nicht so verhalten, es muss eine Klangwolke ergeben." Dazwischen gibt es immer wieder Lob: "Die Einsätze waren sehr gut, bravo."

Dürreperiode ist hörbar zu Ende
Die Zeit drängt: Erst seit 3. Oktober gibt es die steirische Militärmusik in der aktuellen Besetzung. Da stießen 25 Grundwehrdiener, die im September eingerückt waren, nach ihrer militärischen Basisausbildung zur Musik. Bereits kommende Woche gibt es die ersten großen Auftritte: bei der Angelobung von 360 Soldaten vor Schloss Eggenberg am Montag und bei der Großen Flaggenparade am Grazer Hauptplatz am Dienstag.

Dann endet auch für alle sicht- und hörbar eine kurze "Dürreperiode": Im Zuge eines Bundesheer-Sparpakets wurde das steirische Blasorchester zusammengestutzt. Die Stimmung war am Boden. "Ich hab nur noch mit 16 Leuten geprobt. Einige mussten ihre Instrumente umlernen. Es gab lediglich Auftritte in kleinen Ensembles", sagt Lackner, der seit 1995 Kapellmeister ist.

Geprobt wird in ehemaliger Werkstatt
Jetzt geht es beim Bundesheer (finanziell) wieder aufwärts, seit Mai steht fest: Die Militärmusik wächst wieder auf Vollbesetzung! Sofort wurde mit der Rekrutierung begonnen. Bewerber müssen vorspielen und sich für 13 Monate verpflichten. "Viele kommen vom Konservatorium oder der Musik-Uni. Sie können ihr Studium auch während der Zeit bei uns fortsetzen", erzählt Lackner, der nach wie vor Bewerbungen entgegennimmt.

So sind viele junge Gesichter bei der Probe in einer ehemaligen Werkstatt der (eigentlich bereits verkauften) Grazer Kirchner-Kaserne zu sehen. Es ist nur ein Provisorium: Bis Mitte nächsten Jahres entsteht ein neues Gebäude in der Belgierkaserne.

"Wir sind für das Bundesheer identitätsstiftend"
Landeshymne, Prinz-Eugen-Marsch, die neu komponierte Zöllner-Fanfare: Intensiv werden die Stücke geprobt - immer vormittags alle gemeinsam, am Nachmittag die Instrumentengruppen unter sich. 2017 soll es auch wieder ein Galakonzert geben. Im Herbst kommen dann frische Grundwehrdiener, und Lackner muss ein neues Orchester aufbauen. Mühsam, doch die Freude überwiegt: "Für das Bundesheer sind wir identitätsstiftend!"

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