So, 19. Mai 2019
28.01.2016 20:55

Wegen Geldnot

Urlaub für Lebenshilfe heuer gestrichen

Die Nachricht erreichte die Betroffenen per Brief: Diesen Sommer muss die traditionelle Urlaubsreise der Lebenshilfe leider entfallen, weil das Geld nicht ausreicht. Die Enttäuschung in den Einrichtungen ist jetzt enorm.

Das hat es noch nie gegeben: Diesen Sommer muss erstmals der Urlaub für die 740 Menschen, die in den Einrichtungen der Lebenshilfe betreut werden, ausfallen. Weil die finanziellen Mittel aufgrund neuer Gesetze nicht ausreichen, muss der Rotstift angesetzt werden - und an erster Stelle trifft es die sprichwörtlich "schönste Zeit des Jahres". Die Bewohner sind maßlos enttäuscht und traurig, wie die "Krone" von Norbert Krammer vom VertretungsNetz erfährt. "Bei Geldproblemen haben leider Menschen mit Beeinträchtigung immer wieder das Nachsehen", so sein Fazit.

Gestiegen Kosten durch Verordnungen
"Letztes Jahr haben wir noch 40 Urlaubsfahrten angeboten, an denen 450 Menschen mit Beeinträchtigung teilgenommen haben", erklärt Lebenshilfe-Geschäftsführer Guido Güntert. Beliebte Reiseziele waren die Steiermark oder Italien. Bei mehrtägigen Fahrten müssen aber Nachtdienste organisiert werden und die sind teuer. Deswegen wird es diesen Sommer maximal Tagesausflüge geben, wie die Lebenshilfe der "Krone" erklärt. Auslöser für die Sparmaßnahmen sind gestiegenen Kosten durch neue bundesgesetzliche Verordnungen. Die Mehrkosten sind im laufenden Vertrag mit dem Land aber noch nicht berücksichtigt. "Wir treten jetzt in die Verhandlungen für einen neuen Vertrag, der 2017 kommt", so Güntert.

Schützenhilfe bekommt er in dieser Causa von der SPÖ: "Wenn sich der Landeshauptmann eine kräftige Steigerung seiner Repräsentationsmittel um 160.000 Euro auf insgesamt 370.000 Euro gönnt, um das Jubeljahr 2016 zu feiern, muss auch genug Geld da sein, damit die Klienten der Lebenshilfe wenigstens einmal im Jahr einen kleinen Urlaub machen können," findet Walter Steidl. Sozialreferent Landesrat Heinrich Schellhorn hat kein Verständnis für die Entscheidung der Lebenshilfe, den Urlaub zu canceln. "Ich bin verärgert, dass da ein Brief rausgeschickt wurde, ohne vorher mit uns Rücksprache zu halten. Es kann nicht sein, dass es kein Geld gibt, denn wir finanzieren die Kosten für die Urlaubsbetreuung über die Tagessätze mit", erklärt er und verweist darauf, dass die Lebenshilfe überdurchschnittlich finanziert wird.

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