So, 26. Mai 2019
28.01.2016 15:48

Uraltes Heilmittel

Indianische Tonerde killt multiresistente Keime

Heilschlamm, der vom in Kanada beheimateten Stamm der Heiltsuk-Indianer bereits seit Jahrhunderten verwendet wird, hat erstaunliche Eigenschaften. Wie Forscher jetzt herausgefunden haben, killt die in der Kisameet Bay in der Provinz British Columbia natürlich vorkommende Tonerde sogar multiresistente Bakterien.

Wie Wissenschaftler um den Biologen Julian Davies von der University of British Columbia (UBC) herausfanden, besitzt der Heilschlamm nicht nur erstaunliche antibakterielle Eigenschaften sondern wirkt auch gegen jene multiresistenten Bakterienstämme, die unter dem Sammelbegriff ESKAPE Pathogene (Enterococcus faecium, Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae, Acinetobacter baumannii, Pseudomonas aeruginosa und Enterobacter) geführt werden. Diese zeichnen für die Mehrheit aller Infektionserkrankungen in Spitälern verantwortlich.

Die Heiltsuk nutzen den Heilschlamm aus der Kisameet Bay schon seit Jahrhunderten wegen seiner therapeutischen Eigenschaften. Im Zuge von In-vitro-Untersuchungen konnten die UBC-Forscher nun zeigen, dass die in Wasser gelöste Tonerde 16 Stränge von ESKAPE-Bakterien töteten, die aus unterschiedlichen Krankenhäusern der Region, stammten.

"Schon nach fünf Stunden Kontakt mit dem Kisameet-Schlamm waren beispielsweise keine lebenden Zellen von Acinetobacter baumannii mehr nachweisbar", berichten die Wissenschaftler. Und nach spätestens 24 Stunden seien auch die restlichen ESKAPE-Erreger in der Lösung tot gewesen.

Außerdem, so zeigten die Untersuchungen, wirkt der graue Heilschlamm aus der Kismeet-Bucht, die in einer Senke rund 400 Kilometer nördlich von Vancouver liegt, sogar gegen Pilzinfektionen, so die Forscher. Weil sich bei Heilbehandlungen mit dem indianischen Heilmittel bislang noch nie irgendwelche toxischen Nebenwirkungen bei Menschen gezeigt hätten, dürfte es sich lohnen, die Tonerde in weiteren Studien auf ihre therapeutische Eignung hin zu untersuchen, ist Davies überzeugt. "Nach 50 Jahren Antibiotika-Missbrauch könnten traditionelle Heilmittel und andere natürliche, mineralbasierte Stoffe uns neue Waffen im Kampf gegen multiresistente Erreger liefern."

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