Do, 21. Juni 2018

Rede nach Anschlag

07.12.2015 06:16

Obama versichert: "Wir werden den IS zerstören"

Präsident Barack Obama hat den US-Bürgern nach dem jüngsten Blutbad in Kalifornien mit 14 Toten seine Entschlossenheit zum Schutz der Bevölkerung zugesichert. In einer Rede an die Nation sagte er am Sonntagabend im Weißen Haus, die Bedrohung durch den Terrorismus sei "real", aber die USA würden damit fertig werden: "Wir werden den IS und andere Organisationen zerstören, die versuchen, uns zu töten."

Der Sieg werde nicht von "starken Worten" abhängen, "sondern davon, dass wir stark und klug, widerstandsfähig und unerbittlich sind", so Obama. Das US-Militär werde weiterhin Jagd auf "terroristische Verschwörer" machen, wo immer sie sich befänden.

Obama wandte sich vom Oval Office aus an die Öffentlichkeit - das hatte er zuvor in seiner Amtszeit erst zwei Mal getan. Konkrete Maßnahmen nannte er in der Ansprache nicht. Der Präsident lässt aber nach eigenen Worten das Programm zur visafreien Einreise von Menschen aus einer Reihe von Ländern überprüfen.

Keine Entsendung von Bodentruppen
Forderungen nach einer Entsendung von Bodentruppen nach Syrien oder in den Irak erteilte Obama erneut eine Absage. Zugleich bekräftigte er seinen Aufruf, Muslime nicht mit gewalttätigen Islamisten gleichzusetzen. An den Kongress appellierte er einmal mehr, den Zugang zu Sturmgewehren, wie sie die Täter von San Bernardino benutzt hatten, zu erschweren.

Kritiker hatten Obama insbesondere nach den Anschlägen Mitte November in Paris und dem Massaker in Kalifornien vorgeworfen, die terroristische Bedrohung im eigenen Land zu unterschätzen. In San Bernardino hatte ein bewaffnetes Ehepaar am vergangen Mittwoch in einer Sozialeinrichtung 14 Menschen getötet und 21 verletzt, bevor es selber von der Polizei erschossen wurde.

Obama ortet "neue Phase" der Bedrohung
Erstmals nannte Obama dieses Massaker direkt einen "Akt des Terrorismus, um amerikanische Menschen zu töten". Zugleich wies der Präsident aber darauf hin, dass es keine Hinweise auf eine Mitgliedschaft der beiden Täter in einer ausländischen Terrororganisation gebe. Er sprach von einer "neuen Phase" der Bedrohung. Terroristen würden sich jetzt "weniger komplizierten" Formen der Gewalt zuwenden, wie die Schießerei in Kalifornien zeige.

Obama rief Muslime und muslimische Führer rund um die Welt dazu auf, gemeinsam gegen Auswüchse und Missbrauch ihrer Religion, gegen Gewalt und Hass aufzustehen. Zugleich machte er klar: "Der IS spricht nicht für den Islam. Sie sind Verbrecher und Killer, Teil eines Kults des Todes." Die US-Bürger müssten der Diskriminierung widerstehen. Man dürfe Muslime nicht anders behandeln als andere Menschen. Wenn die USA diesen Weg gehen, "werden wir verlieren", warnte der Präsident. "Muslimische Amerikaner sind unsere Freunde, unsere Kollegen, und oft genug waren sie auch bereit, für unser Land zu sterben."

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