29.07.2015 09:50 |

Lizenzen retourniert

OMV stoppt Bohrprojekt in Adria vor Kroatien

Der Öl- und Gaskonzern OMV steigt aus dem umstrittenen Bohrprojekt in der kroatischen Adria aus. In kroatischen Medien wird als Grund die ungelöste Grenzfrage zwischen Kroatien und Montenegro angegeben.

"Das Konsortium, bestehend aus Marathon Oil und OMV, hat beschlossen, die Lizenzen zurückzugeben, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ein langfristiges Investment nicht gegeben sind", bestätigte ein OMV-Sprecher kroatische Medienberichte. Angesichts des niedrigen Ölpreises sei die gesamte Industrie gezwungen, ihre Investitionsentscheidungen zu hinterfragen.

Von Beginn an Kritik durch Umweltschützer
Der US-Partner Marathon und die OMV hatten Anfang des Jahres sieben von zehn Bohrlizenzen von der kroatischen Regierung erworben. Das Projekt wurde von Anfang an stark kritisiert. Umweltschützer sahen das Tourismusgebiet und den Naturschutz in Gefahr.

Die Chefin der kroatischen Agentur für Kohlenwasserstoffe, Barbara Doric, bestätigte am Mittwoch den Rückzug der Österreicher und Amerikaner. "Für sie waren die Sicherheiten, die wir in diesem Moment im Zusammenhang mit dem möglichen Problem um die Grenze mit Montenegro anbieten könnten, nicht akzeptabel", sagte sie zum kroatischen Privatsender RTL.

Grüne, GLOBAL 2000 und Greenpeace erfreut
"Das ist eine vernünftige Entscheidung der OMV", freut sich die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner, darüber, dass die OMV aus dem Bohrprojekt ausgestiegen ist. "Wir haben von Anfang an betont, dass dieses Projekt ökologisch und wirtschaftlich nicht nachhaltig ist. Dass die OMV nun die Lizenzen zurückgibt, ist aber auch ein Erfolg des Widerstands von Umweltorganisationen und Grünen vor Ort und in Österreich", so Brunner.

Auch die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßte den Ausstieg der OMV. "Im Sinne der unternehmerischen Verantwortung ist das Bohrprojekt mit den zehn Konzessionsgebieten vor dem kroatischen Urlaubsparadies unvertretbar", hieß es. Auch Greenpeace sieht die Entscheidung der OMV als "einen wichtigen Schritt für den Schutz der Adria".

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