Do, 16. August 2018

Schwierige OP

29.04.2015 15:18

Der kleine Philipp kann aufatmen

Eine Verengung der Luftröhre kann unbehandelt zum Tod führen. In vielen Fällen hilft nur eine Operation. An der Grazer Kinderklinik wurde der komplizierte Eingriff jetzt zum ersten Mal durchgeführt. Mit Erfolg: Der kleine Patient kann jetzt endlich richtig durchschnaufen. Den Eltern ist ein Stein vom Herzen gefallen!

Der vierjährige Philipp sieht aus wie ein kerngesunder Bub. Dass er eine schwere OP hinter sich hat, sieht man ihm nicht an. Er litt unter einer Verengung der Luftröhre. Das ist eine angeborene Fehlbildung, die nur sehr selten vorkommt. "In Österreich haben wir nur einen Fall im Jahr", sagt Gernot Brunner, der Ärztliche Leiter der Grazer Uniklinik. Philipp war erst ein paar Wochen alt, als die Krankheit, die sich Trachealstenose nennt, im Zuge einer Routineuntersuchung entdeckt wurde. Je größer der Bub wurde, desto größer wurde das Problem. "Wenn er sich anstrengt hat, war er kurzatmig", erzählt seine Mutter Veronika Gießauf.

Eine Operation war unvermeidbar. "Dabei handelt es sich um einen äußerst komplizierten Eingriff, der in Österreich bisher noch nie durchgeführt worden war", erklärt Brunner. In London gibt es eine Klinik, die darauf spezialisiert ist. Den Eingriff dort machen zu lassen, hätte aber bedeutet, dass die ganze Familie für einige Zeit nach England hätte übersiedeln müssen. Hinzu wäre noch die Sprachbarriere gekommen. Um dem Buben das zu ersparen, wurde ein Spezialist aus England eingeflogen. Nagarajan Muthialu, so heißt der Arzt, führte den Eingriff Anfang März in Graz durch. Eingefädelt hat das Dr. Ernst Eber von der Grazer Kinderklinik.

Die OP dauerte zweieinhalb Stunden. Es gab keine Komplikationen. "Die letzten Jahre waren eine Belastung. Als wir wussten, dass alles gut gegangen ist, waren wir sehr erleichtert", sagt Bernhard Gießauf, der Vater des kleinen Buben. Zwei Wochen nach der Operation konnte Philipp das Krankenhaus schon wieder verlassen. Seine "neue" Luftröhre wächst nun mit ihm mit. "Für mich als Mutter ist es das schönste Geschenk, dass er jetzt ein normales Leben führen kann!", meint Veronika Gießauf.

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