Fr, 21. September 2018

Wohnung ausmisten

15.09.2017 13:15

Endlich weg mit all dem Kram!

Kennen Sie das? Kleiderschrank und Stauraum in der Wohnung quillen förmlich über, Ausverkäufe und Co. haben uns auch noch den letzten Platz - und Nerv - gekostet. Kräftig ausmisten lautet daher jetzt das Motto, um Platz für Neues zu machen.

Eine überladene Wohnung ist meist auch eine unordentliche Wohnung - und das ist schon in energetischer Hinsicht nicht gut. Sagen zumindest Feng-Shui-Einrichtungsexperten. Denn grobe Unordnung soll in den Wohnräumen die fließende Harmonie stören. Oder kurz gesagt: Altes blockiert Neues! Aber auch Wohn-Psychologen räumen dem Weggeben alter, längst nicht mehr gebrauchter Sachen einen großen Stellenwert ein. Das kräftige Entrümpeln soll nicht nur die Wohnung befreien, sondern auch den Geist von der Vergangenheit.

Die Stolpersteine in der Praxis
Ausmisten ist in der Praxis gar nicht so einfach. Denn an vielen der Dinge, die von der Umgebung so lässig als "alter Kram" bezeichnet werden, hängen meist Erinnerungen - und manchmal auch Hoffnungen: Wie zum Beispiel das teure (und leider auch viel zu enge!) Kleid, von dem man doch fest überzeugt war, irgendwann wieder hineinzupassen. Oder das vor Jahren mühsam zusammengesparte - und jetzt total aus der Mode gekommene - grellbunte Kaffeeservice, auf das man einst so stolz war und das ja vielleicht doch in einigen Jahren bei der nächsten Retro-Welle wieder eine kostbare Rarität wird. Und last, but not least: Wer kennt nicht den Fall, endlich etwas, was jahrelang unbenützt ein vergessenes Schicksal führte, weggegeben zu haben und schon ein paar Wochen später hätte man es plötzlich dringend gebraucht.

Entrümpeln mit System
Die wichtigste Regel gleich vorweg: Ausmisten ist keine einmalige Sache, wo man in einer wahren Radikal-Wegwerf-Orgie schlussendlich ziemlich planlos Kästen und Stauräume leer räumt, sondern Umdenken und neue Handlungsmuster sind gefragt. Einschlägige Experten vergleichen das gerne mit Abnehmen: So wie Radikal-Diäten nur allzu häufig mit dem gefürchteten Jo-Jo-Effekt enden, so ist das auch mit dem Ausmisten. Besser also, sich ausreichend Zeit zu nehmen, sich überlegt und langsam von alten Sachen trennen und immer wieder einmal einen Entrümpelungs-Tag einlegen.

Der Drei-Kisten-Trick
Vielfach bewährt hat sich ein alter Ausmist-Profi-Tipp, der auch dem schweren Trennen von so manchen Gegenständen entgegenkommt. Man bereitet drei Kisten (z.B. Übersiedlungskartons) vor. Die erste Kiste ist für Altmüll bestimmt (z.B. alte Zeitschriften, kaputte Sachen oder, wenn es in der Küche ans "Eingemachte" gehen soll, abgelaufene Lebensmittel etc.). Die zweite Kiste stellt man für zwar durchaus noch brauchbare Dinge, die man aber jetzt wirklich weggeben will, bereit. Und die dritte Kiste ist für all jene Sachen gedacht, bei denen man sich noch nicht ganz sicher ist, wie eben z.B. das - noch - zu enge Lieblingskleid, das aber nach der Frühjahrsdiät wieder passen könnte. Diese Kiste kann man ruhigen Gewissens auch noch einige Monate im Keller stehen lassen, ehe man endgültig entscheidet, was mit den Dingen darin geschehen soll. Aber Achtung: Die Kisten im Keller nicht einfach dort vergessen, sonst droht das nächste Keller-Entrümpelungsproblem!

Weitere Tipps:

  • Eine Faustregel für das Entrümpeln lautet: Alles, was man zwei Jahre lang nicht gebraucht hat, kann ruhigen Gewissens weggegeben werden. Eine Ausnahme stellen natürlich wichtige Unterlagen, z.B. Steuerunterlagen, medizinische Befunde etc., dar.
  • Kompromisse sind erlaubt! Hängt man aus irgendeinem Grund doch noch an einer Sache, so kann man sie ruhig noch etwas behalten. Der Trick dabei: Derartige Kompromisse machen das Weggeben anderer Sachen wesentlich einfacher.
  • Schnappen Sie sich einen Freund oder eine Freundin und misten Sie gemeinsam aus.

Ausmisten braucht Zeit
Hand aufs Herz: Der Entschluss zum Ausmisten fällt den Wenigsten leicht, und so handelt es sich meist um einen plötzlich gefassten Tatentschluss, der dann auch längstens in einem Tag in die Praxis umgesetzt werden soll. Doch soll die Sache auf Dauer etwas bringen, ist es ungleich besser, dafür eine Art Entrümpelungsplan aufzustellen.

Eingeplant werden sollten mehrere Durchgänge. Schließlich ist die Wohnung nicht in einigen Stunden von zumindest monatelang angesammelten Sachen befreit. Am besten, man plant gleich einige Tage dafür ein - zum Beispiel zwei aufeinander folgende Wochenenden. Bewährt hat sich das systematische Entrümpeln nach Bereichen (Keller, Schrank, Küche etc.). Empfehlenswert ist es auch, zwei Sortierungsdurchgänge zu machen.

Wegwerfen, verkaufen oder verschenken?
Wohin aber mit all den Sachen?"Das ist ja noch sehr in Ordnung - viel zu schade zum Wegwerfen!" Das ist in der Praxis eines der Hauptargumente für den Weiterverbleib vieler ungenützter Dinge im Haushalt. Doch, dass die Sache noch in Ordnung ist, heißt noch lange nicht, dass man sie auch braucht. Es heißt lediglich, dass sie nicht in den Müll gehört. Hier sollte man mit etwas Überlegung an die Weiterverwertung gehen: Flohmärkte (Nachbarschafts-Flohmärkte boomen!), Second-Hand-Läden oder Versteigerungen im Netz sind Möglichkeiten.

Aber auch wohltätige Organisationen freuen sich über gut erhaltene (!) Sachspenden.

 krone.at
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