Mi, 20. Juni 2018

Wrestling

19.12.2014 09:16

"WWE 2K 15": Schmierige Körper in Seifenoper

Wilde Kerle und starke Frauen, die sich unversöhnlich gegenüberstehen, gegeneinander intrigieren und ein weltweites Millionenpublikum in ihren Bann ziehen - das gibt es nicht nur in den diversen Seifenopern zu bewundern, sondern auch im Wrestling: Die Sportler folgen einem durchschaubaren, mäßig originellen Drehbuch und teilen sich in Gute und Böse auf. Dem Erfolg dieser Showkämpfe tut dies allerdings keinen Abbruch, wie auch heuer wieder der aktuelle Titel der "WWE"-Serie von 2K Sports belegt.

War die letztjährige Fassung zugegebenermaßen eher weniger berauschend, besteht heuer die nicht ganz unberechtigte Hoffnung, das "WWE 2K 15" einen klaren Aufwärtstrend erkennen lässt. Die Parade der Gladiatoren in den Ring geht jedenfalls schon sehr bombastisch und atmosphärisch über die Bühne: Die Einzüge unter anderem von Undertaker, Ultimate Warrior oder Bray Wyatt, der bei verdunkelter Halle nur im Schein der Feuerzeuge der Fans einmarschiert, wurden beeindruckend in Szene gesetzt.

Die grafische Präsentation weiß generell zu gefallen, wenngleich bei den Gesichtern der Kämpfer leider Abstriche gemacht werden müssen: Nicht alle Wrestler wurden gleich detailliert modelliert. Dieser nicht rundherum gelungene Eindruck setzt sich nahtlos bei den Animationen fort. An und für sich laufen diese butterweich und schön anzusehend ab, wäre da nicht der etwas ärgerliche Makel, dass bei manchen Aktionen der Wrestler wie von Geisterhand ruckartig an die richtige Stelle versetzt wird.

Das Gameplay wartet mit einer Verbesserung beim Kontern des gegnerischen Angriffs auf: Die Zeitspanne für das Drücken der Schultertaste und die entsprechende Einblendung am Schirm scheint nun etwas besser abgestimmt zu sein. Jedenfalls gelingt es leichter, die Aktion erfolgreich auszuführen. Weniger Grund zur Freude bereitet hingegen die Steuerung, um aus einem Pin oder einem Griff zu entkommen. Bei Ersterem muss der Button innerhalb eines markierten Bereichs gedrückt werden. Im anderen Fall ist der Stick so lange im Kreis zu bewegen, bis eine rote Markierung erscheint. Ziel dabei ist, schneller als der Gegner zu sein. Das Ganze wirkt allerdings etwas aufgesetzt und hemmt den Spielfluss.

Ebenfalls nicht sehr benutzerfreundlich: Unter dem Punkt "Anleitung" findet sich nur eine URL auf die Website des Publishers 2K. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, diese im Spiel unterzubringen. Immerhin: Die Spielmodi bieten einiges an Abwechslung. Alleine beim Einzelkampf stehen eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten wie "Iron Man", "Last man standing", "Falls count anywhere", "Steel Cage" und mehr zur Auswahl.

Neu und ein echter Spaßfaktor ist indes der "2K Showcase"-Modus. In diesem dürfen zwei der bedeutendsten Fehden innerhalb der "WWE" nachgespielt werden. Aufgrund der zahlreichen HD-Videos und Originalkommentatoren findet man sich schnell in der "WWE"-Welt wieder und vergisst dabei sogar eine Zeitlang die diversen Schwächen. Ein echtes Highlight!

Fazit: Fortschritte zum Guten sind bei "WWE 2K15" erkennbar. Vor allem der "Showcase"-Modus und die gelungene Präsentation machen Lust auf mehr - wären da nicht die an einigen Stellen auftretenden Schwächen, die einem auf lange Sicht doch die Motivation rauben. Für Wrestling-Fans stellt sich Frage sowieso nicht, ob "WWE 2K15" ins Haus muss. Der Rest sollte sich im Vorhinein im Klaren sein, dass er es zwar mit einem atmosphärisch guten, aber spielerisch durchschnittlichen Titel zu tun bekommt.

Plattform: PS4(getestet), Xbox One, PS3, Xbox 360
Publisher: 2K Sports
krone.at-Wertung: 7/10

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