21.11.2014 13:01 |

Wutrede gegen Zögern

Königin Rania: "Wir sind Komplizen des IS-Erfolgs"

Die jordanische Königin Rania hat sich ihren Frust über das ihrer Ansicht nach zu zögerliche Vorgehen der Allianz gegen den IS von der Seele geredet. In Syrien und im Irak werde "für die Zukunft des Nahen Ostens und des Islam" gekämpft, sagte die Monarchin. Der Vormarsch der Dschihadisten sei durch die lasche Haltung der Länder der Region zustande gekommen: "Wir sind Komplizen ihres Erfolgs", so die wütende Königin.

"Unser Schweigen ist das größte Geschenk" an den IS, so Rania diese Woche bei einer Veranstaltung in Abu Dhabi. Das Vorrücken der Miliz sei eine Gefahr für die Zukunft des gesamten Islam.

US-Allianz soll mehr Partner bekommen
Die Königin kritisierte die abwartenden internationalen Reaktionen auf das Vorrücken der IS-Kämpfer, die seit dem Sommer weite Teile des irakischen und syrischen Staatsgebiets unter ihre Kontrolle gebracht haben. Die US-geführte Militärallianz gegen den IS benötige viel mehr Partner und Unterstützung als bisher, wenn sie Erfolg haben soll, mahnte die Ehefrau von König Abdullah II.

Um die Dschihadisten zu besiegen, müsse auch die Hoheit über die Auslegung des islamischen Glaubens zurückerobert werden. Die Frontlinie verlaufe nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch zwischen moderaten Muslimen und Extremisten in aller Welt. "Im Herzen dieses Überfalls steht eine Ideologie", sagte Rania.

Junge Menschen sollen "ihren Kopf einschalten"
Um den Nachwuchs vor gewaltbereiten Fundamentalisten zu schützen, müsste das Bildungswesen reformiert werden. Heranwachsende müssten "dazu herausgefordert werden, ihren eigenen Kopf einzuschalten". Ranias Heimat Jordanien beteiligt sich ebenso wie Saudi-Arabien, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate an der Anti-IS-Allianz.

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