Versuchter Mord?

61-Jährige überlebte Todestrank der Mutter

Salzburg
27.03.2026 06:00

Eine Salzburger Pensionistin (86) wollte das Leben ihrer geistig schwerst beeinträchtigten Tochter beenden. Sie verabreichte ihr eine Überdosis Schlafmittel, nahm dieses anschließend selbst. Beide Frauen überlebten. Jetzt muss die Mutter vor Gericht. 

Wie groß muss die Verzweiflung gewesen sein? Wie groß die Hilflosigkeit? Eine betagte 86-jährige Salzburgerin soll im vergangenen Oktober versucht haben, ihre eigene Tochter (61) zu töten. Sie soll ihrem offenbar schwer geistig beeinträchtigtem Kind Schlafmittel verabreicht haben. Und: Die Pensionistin soll auch selbst das Schlafmittel eingenommen haben. Der Ehemann fand die leblosen Frauen, schlug Alarm. Mutter und Tochter überlebten.

Pensionistin sitzt in U-Haft
Kurz darauf wurde die 86-Jährige festgenommen, sie sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Nach den Ermittlungen legt sich die Salzburger Staatsanwaltschaft (StA) fest und klagt die Mutter wegen versuchten Mordes an! Die betagte Dame wird sich also bald vor Gericht verantworten müssen.

Laut „Krone“-Informationen verabreichte die 86-Jährige ihrer Tochter das Schlafmittel in Form von Tabletten. „Und das in einer potenziell tödlichen Dosis“, erklärt StA-Sprecherin Ricarda Eder. Die 61-Jährige soll die Tabletten zwar selbst eingenommen haben – wegen ihres geistigen Zustandes soll ihr aber nicht bewusst gewesen sein, um welches Medikament es sich tatsächlich gehandelt hat. Laut StA ist die Anklage bereits zugestellt, allerdings noch nicht rechtswirksam.

86-Jähriger stand wegen ähnlichem Fall vor Gericht
Der Fall weist eine erschreckende Ähnlichkeit zu einem Prozess auf, der erst vor knapp zwei Wochen am Landesgericht über die Bühne ging. Damals fasste ein 86-jähriger Salzburger drei Jahre Haft auf Bewährung aus. Auch er versuchte seine Ehefrau mit Schlafmittel zu töten. Er zerkleinerte insgesamt 28 Tabletten und mischte sie in zwei Gläser mit Preiselbeersaft. Eines gab er seiner schwer demenzkranken Gattin zum Trinken, den zweiten Becher leerte er selbst. „Ich wollte meine Frau und mich von den Qualen erlösen“, gab er vor Gericht zittriger Stimme zu Protokoll. Beide überlebten den potenziell tödlichen Trunk.

Angeklagt war damals auch die Haushaltshilfe (59) des Paares. Sie hat ihm laut Anklage des Schlafmittel besorgt, auch sie wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

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