Künstliche Intelligenz ist im Tiroler Lebensmittelhandel oft dort im Einsatz, wo Kunden sie gar nicht direkt bemerken. Die Wirkung ist dennoch spürbar: Abläufe werden vereinfacht, Mitarbeitende entlastet und Bestellungen präziser planbar.
Das Tiroler Familienunternehmen MPREIS testet KI-Unterstützung für Mitarbeitende im Arbeitsalltag – etwa dann, wenn interne Prozesse, Arbeitsanweisungen oder Richtlinien schnell verfügbar sein müssen. Kern des Tests ist die neue KI-Anwendung Zebra Companion, mit der per Mobilgerät Informationen direkt bei der Arbeit im Markt abgerufen werden können.
KI unterstützt im Arbeitsalltag
Der Zebra Companion fasst komplexe Arbeitsanweisungen verständlich zusammen und liefert Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Handlungsempfehlungen in nahezu in allen Sprachen. So ist relevantes Wissen jederzeit verfügbar. „Mitarbeitende haben dadurch mehr Zeit und können sich besser um die Kunden im Geschäft kümmern“, sagt David Mölk, Mitglied der MPREIS-Geschäftsführung . In einem Unternehmen mit Mitarbeitenden aus mehr als 85 Nationen erleichtert das die Abläufe in den Filialen und hilft dabei, Kunden verlässlich zu betreuen.
Auch im Gastronomiegroßhandel zeigt sich der Nutzen direkt im Alltag der Kunden. „Für uns ist es wichtig, dass wir unsere Kundinnen und Kunden direkt dort ansprechen, wo sie bestellen. Also: direkt in der Küche in den vielen Hotellerie-, Gastronomiebetrieben“, sagt Peter Krug, Geschäftsführer von Eurogast Österreich. Die Best.Friend-App wurde daher so weiterentwickelt, dass Bestellungen einfacher und präziser erfasst werden. Denn je genauer bestellt wird, desto besser lassen sich Mengen im Betrieb steuern.
Mehrsprachigkeit als Vorteil
Die KI-gestützte Navigation im B2B-Bestellsystem erkennt etwa Schreibfehler und schlägt passende Artikel vor. „Die KI-Vorschläge basieren dabei immer auf der individuellen Logik unserer Kundinnen und Kunden“, erläutert Krug. Das spart Zeit und reduziert Fehler – ein klarer Vorteil für Hotellerie- und Gastronomiebetriebe, die im Tagesgeschäft auf funktionierende Abläufe angewiesen sind.
Besonders relevant ist dabei die Sprachfunktion: Mit Best.Friend-Voice können die Mitarbeitenden in sechs Sprachen per Sprachsteuerung in Echtzeit bestellen. In Tourismusregionen mit international zusammengesetzten Teams hilft das, Missverständnisse zu vermeiden und Bestellungen einfacher abzuwickeln.
Technik im Hintergrund
Die Technologien werden laufend weiterentwickelt. Eurogast setzt dabei auf die eigene IT in Zams und auf redundante Rechenzentren in Österreich und Europa. MPREIS arbeitet mit einem lokalen Sprachmodell, das auch ohne Internetverbindung funktioniert und ausschließlich auf kontrollierte interne Datenquellen zugreift.
„Uns ist wichtig, unsere Kunden direkt dort anzusprechen, wo sie unsere Produkte brauchen.“
Peter Krug, Eurogast-Geschäftsführer
Somit zeigt sich: Künstliche Intelligenz ist im Tiroler Lebensmittelhandel kein Selbstzweck. Sie unterstützt dort, wo Qualität im Alltag abgesichert wird – durch bessere Abläufe, präzisere Bestellungen und ein genaueres Zusammenspiel entlang der täglichen Warenprozesse.