Um dem Phänomen "katholisches Österreich" auf den Zahn fühlen zu können, haben die Wissenschafter um Schulz einen eigene Typologie eingeführt. Sie unterscheiden "Atheisten", "Taufscheinchristen" (gehören der Kirchen zwar an, besuchen aber keine Messen und beten auch nicht), "Soziale Kirchgänger" (gehen manchmal in die Kirche, beten aber nicht), "Spirituelle" (gehören keiner Religionsgemeinschaft an, gehen nicht in die Kirche, haben aber Vorstellungen religiöser Art), "moderat Gläubige" und "traditionell Gläubige".
7,3 Prozent Atheisten
Laut einer repräsentativen Umfrage zählen 7,3 Prozent der Österreicher zu den Atheisten, 17,6 Prozent zu den Taufscheinchristen, acht Prozent zu den sozialen Christen, 13,7 Prozent zu den Spirituellen, 25,4 Prozent zu den moderat Gläubigen und 20,6 Prozent zu den traditionell Gläubigen.
Traditionell Gläubige sind älter
Auffallend dabei ist, dass die Zahl der Nicht-Gläubigen unter jüngeren Personen höher ist. Während der Anteil an Atheisten in Wien besonders hoch ist, finden sich viele Taufscheinchristen in Gemeinden mit mittler Größe. Traditionell Gläubige haben typischerweise ein hohes Alter, ein niedriges Bildungsniveau und wohnen häufiger als Atheisten und Taufscheinchristen in kleinen Gemeinden.
Im Zuge der Untersuchung wurde auch die Einschätzung der Glaubwürdigkeit der Kirche erhoben. Dabei räumten die Befragten der Kirche in den Bereichen Menschenrechte und soziale Fragen hohe Kompetenz ein, und zwar quer durch alle Glaubensgruppen. Geringe Glaubwürdigkeit besitzt die Kirche dagegen im Bereich Sexualität.
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