Gründe sind vielfältig

So viele Tiroler suchten die Schuldenberatung auf

Tirol
14.02.2026 09:00

Weil sie einen Aufnahmestopp für neue Beratungsgespräche verhängen musste, wurde über die Tiroler Schuldenberatung im vergangenen Landtag diskutiert – die „Tiroler Krone“ berichtete. Doch wie viele Beratungen werden pro Jahr durchgeführt und wer sind die Klientinnen und Klienten?

Geschäftsführer Thomas Pachl gibt der „Krone“ auf Nachfrage einige spannende Einblicke. „Wir haben im Vorjahr 876 Erstberatungen durchgeführt, 2835 umfangreiche Folgeberatungen und wieder insgesamt etwa 4500 Klienten zumindest einmal beraten“, rechnet er einleitend vor. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es 810 Erstberatungen und 2032 umfangreiche Folgeberatungen. „Je nach Kapazität waren die Zahlen dazwischen auch höher“, meint Pachl hinsichtlich der Entwicklung.

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Die Fälle, die zu uns kommen, sind längst nicht alle. Ich schließe daraus, dass sehr viele Tiroler Schulden zurückzahlen.

Thomas Pachl

Bei der Frage nach dem Geschlecht zeigt sich, dass deutlich mehr Männer als Frauen den Gang zur Schuldenberatung suchen. Denn 64,7 Prozent Klienten stehen „nur“ 35,3 Prozent Klientinnen gegenüber. Bei der Altersstruktur zeigt sich, dass mit etwas über 30 Prozent die Klasse der 26- bis 35-Jährigen die Nase vorne hat. Weitere rund 25 Prozent der Klienten sind zwischen 36 und 45 Jahre alt.

Einkommensverschlechterung an erster Stelle
Die Ursachen für eine Überschuldung seien über die Jahre hinweg dieselben, meint der Geschäftsführer. An oberster Stelle steht mit 26,5 Prozent eine Einkommensverschlechterung beispielsweise aufgrund von Arbeitslosigkeit. Auch interessant: Gleich auf dem zweiten Platz steht mit 26,1 Prozent eine Selbstständigkeit als Grund. Auf dem dritten Platz folgt mit 16,3 Prozent das falsche Konsumverhalten als Ursache.

Oft auch mehrere Faktoren zugleich
Vollständig ist die Liste der elf Hauptfaktoren mit Unfall/Krankheit/Todesfall (16%), Wohnraumbeschaffung bzw. -ausstattung (14,3%), Lebenshaltungskosten (12,7%), Scheidung/Trennung (11,9%), Autokauf bzw. -leasing (10%), Unterhaltsverpflichtungen (8,2%), strafbare Handlungen (6,5%) sowie eine Bürgschaft (6%). Ab und zu sind es auch mehrere Faktoren gleichzeitig, die zur Schuldenberatung führen. Abschließend betont der Geschäftsführer, dass „die Fälle, die zu uns kommen, längst nicht alle sind. Ich schließe daraus, dass es sehr viele Tiroler gibt, die Schulden zurückzahlen“.

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