Skispringer Stefan Kraft bestreitet in Italien seine dritten Olympischen Spiele. Was es braucht, um in Predazzo zu reüssieren, ob die Bewerbe 2030 in den französischen Alpen noch ein Thema sind und wie er sich in den vergangenen Jahren verändert hat, erklärte der Salzburger im „Krone“-Weiten-Interview.
„Krone“: Stefan, inwieweit bist du schon im Olympia-Fieber?
Stefan Kraft: Das Fieber ist schon da. Eigentlich schon, seitdem ich für Olympia gepackt habe. Es ist einfach anders. Ein anderer Helm, andere Handschuhe – die Vorfreude auf den ersten Wettkampf ist groß.
Wie weit planst du als Sportler voraus?
Nicht allzu weit. Ich plane gerne Urlaube weit voraus, weil die Vorfreude immer schön ist. (lacht) Was bei mir nach dem Skispringen kommt, was ich mal machen werde, weiß ich dagegen noch nicht.
Wie weit muss man als Springer gehen, um erfolgreich zu sein?
Am besten über die Hillsize. (lacht) Man muss alle Hausaufgaben machen, alle Puzzleteile zusammensetzen. Vom Training über Regeneration, hin zu Ernährung, Schlaf und Materialsetup, Dazu musst im Kopf bereit sein, dir zuzutrauen, überall an die Grenzen zu gehen.
Inwieweit hast du deine Karriereziele bereits erreicht?
Ich habe sie sogar übertroffen. Ich wollte immer einer der besten Springer sein, zudem sollte es mir Spaß machen. Ich habe viel mehr erreicht, als ich je geglaubt habe. Trotzdem möchte ich auch hier wieder erfolgreich sein und hoffe, dass ich eine Medaille mit heimnehmen kann. Aber auch danach gibt es noch Bewerbe, wo das eine oder andere Stockerl oder ein Sieg das Ziel schön wären.
Wie weit kann es bei den Spielen in Italien für dich realistischerweise nach vorne gehen?
Topfavoriten sind sicher andere, das ist mir klar. Ich habe es aber drauf und kann Sprünge machen, die es braucht. Das hat man im ersten Training gesehen, wo der Einser aufgeleuchtet hat. Ich kann ganz vorne mitspringen, das muss aber auch passieren. Zurückhalten werde ich mich sicher nicht.
Inwieweit hast du dich aufgrund der Erfolge verändert?
Ich hoffe wenig. Meine Freunde, meine Familie, auch Teamkollegen bestätigen das. Natürlich wirst du erwachsener, reifer, auch nachdenklicher. Es fällt mir aber leichter, weil ich mit drei Jüngeren unterwegs bin. Diese gewisse Unbekümmertheit versuche ich mir zu behalten, ich will locker bleiben und Spaß haben. Als 21-, 22-Jähriger fällt dir das aber leichter, wenn du alles zum ersten Mal erlebst.
Inwieweit versuchst du alles aufzusagen bei deinen dritten Winterspielen?
Ich werde nicht viel anders machen. Auch bisher habe ich es lässig gefunden. Was diesmal anders ist: Bisher konnten wir auch mal andere Sportarten anschauen, in Peking zum Beispiel die Snowboarder. Hier geht das nur mit den Langläufern und Kombinierern, außer vielleicht an einem Ruhetag. Die Wege sind halt sehr weit. Dabei hätte es mir richtig getaugt, ein Skirennen oder Biathlon anzuschauen.
2030 finden Spiele in Frankreich statt. Inwieweit dürfen sich deine Fans Hoffnungen machen, dass du dann wieder mit dabei bist?
Das ist eine gute Frage. Ich bin ehrlich gesagt ein bisserl skeptisch. Zugleich würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich es sicher nicht bin. Wenn es mich nicht mehr juckt oder wenn es nicht mehr funktioniert, dann höre ich auf. Enn ich aber Spaß habe und daheim alles passt, ich zudem immer noch bei der Musi bin – wieso nicht?
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