Industrie optimistisch

„Erwartungen der Firmen jetzt nicht enttäuschen!“

Tirol
28.01.2026 06:00

Die Tiroler Industriellenvereinigung präsentiert den Geschäftsklimaindex vom vierten Quartal des Vorjahres. Der steile Anstieg ist einer Hoffnung auf die Zukunft geschuldet. Die Auftragsbücher sprechen nämlich noch eine etwas andere Sprache.

Kritik übte der Tiroler Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Max Kloger, an der Industriestrategie der Bundesregierung, wie die „Krone“ vor wenigen Tagen berichtete. Die 114 Punkte, die Österreich wieder wirtschaftlich in Richtung Spitze treiben sollen, seien vielfach lediglich mit Überschriften versehen. Der IV-Boss vermisst das Konkrete dahinter und meinte, dass „das Papier eher eine Vision ist“.

Zugleich kam aber auch Lob an der Dreierkoalition von ÖVP, SPÖ und Neos, da diese den Ernst der Lage zumindest erkannt habe.

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Die Stimmung dreht schneller als die Zahlen.

Max Kloger

Von 12,5 auf 29,5 Punkte geklettert
Am Dienstag präsentierte die IV den aktuellen Geschäftsklimaindex – den Mittelwert der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und der in sechs Monaten erwarteten. Versehen war die Aussendung mit dem Titel „Tirols Industrie erwacht aus der konjunkturellen Eiszeit“. Offenbar hat die Ankündigung der Industriestrategie schon im Vorfeld für eine bessere Stimmung unter den Betrieben gesorgt.

Die Daten beziehen sich nämlich auf das vierte Quartal 2025. Und sie zeigen, dass der Index von 12,5 auf 29,5 Punkte steil nach oben springt.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Positiver Blick in Zukunft ist Hauptgrund
Geschuldet ist dieser sprunghafte Anstieg bei näherer Betrachtung hauptsächlich dem positiven Blick in die Zukunft. Während im dritten Quartal nur vier Prozent eine Besserung der Geschäftslage erwarteten, waren es im vierten 31 Prozent. Unterdessen stieg der Anteil der Pessimisten um nur sechs Prozent von drei auf neun.

Zwei weitere treibende Motoren für den Anstieg sind die Erwartung hinsichtlich der Produktion und der Preisentwicklung. Während im dritten Quartal nur 20 Prozent eine Ausweitung der Produktion planten, waren es im vierten 29 Prozent. Gleichzeitig erwarteten elf Prozent steigende Verkaufspreise, im dritten erwarteten das nur zwei Prozent.

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Das ist ein gewaltiger Vertrauensvorschuss der Unternehmerinnen und Unternehmer. Sie glauben an die Wende 2026.

Max Kloger

Für große Jubelstimmung ist es noch zu früh
Für eine große Jubelstimmung ist es aber noch zu früh, meint der IV-Boss. Berücksichtigen muss man nämlich auch den Blick in die Geschäfts- und Auftragsbücher. Hier zeigt sich, dass die Realwirtschaft der positiven Stimmung hinterherhinkt. Zwar bezeichneten 28 Prozent (+7%) der Betriebe ihre Lage als gut, gleichzeitig gab es aber auch 30 Prozent (+4%), die sie als schlecht einstuften.

Bei den Auftragsbeständen sank der Anteil der positiven Meldungen von 27 auf 25 Prozent. Auch die Auslandsaufträge verharren mit 25 Prozent gut und 31 Prozent schlecht auf eher niedrigem Niveau.

„Es braucht jetzt wirklich echte Entlastungen“
Und in der Personalplanung zeigen sich noch die Dellen der Rezession: Zwar planen 21 Prozent der Betriebe eine Aufstockung, doch 36 Prozent müssen den Personalstand entweder anpassen oder reduzieren. Laut Präsident Kloger „dreht sich die Stimmung schneller als die Zahlen. Das ist ein gewaltiger Vertrauensvorschuss der Unternehmerinnen und Unternehmer. Sie glauben an die Wende 2026 und wollen wieder voll durchstarten, die Tristesse der letzten Jahre hinter sich lassen“.

Stimmung alleine fülle aber keine Auftragsbücher. „Sie muss jetzt durch echte Entlastungen gedeckt werden, sonst verpufft der Aufschwung, bevor er begonnen hat“, meint der IV-Boss und warnt abschließend eindringlich davor, die positiven Erwartungen der Betriebe zu enttäuschen. „Dann droht nämlich ein schneller und sehr brutaler Rückfall.“

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