Geht um über 100 Kilo

14 Jahre Haft für Chef der Salzburger Kokain-Bande

Salzburg
12.01.2026 16:53

Mit der „Operation Duplex“ gelang Ermittlern ein Schlag gegen eine international agierende Kokain-Bande: Mit mehr als 100 Kilogramm des aufputschenden Rauschgiftes machten sie Geschäfte. Salzburg galt als Umschlagplatz. Vier der fünf Angeklagten legten beim Prozess ein Geständnis ab. Es setzte Haftstrafen, großteils nicht rechtskräftig.

Mit der „Operation Duplex“ konnten die Ermittler den großangelegten Kokain-Handel eines Suchtgiftringes stoppen, erzählt die extra aus Krems angereiste Staatsanwältin beim Prozess am Montag in Salzburg. Fünf Männer, allesamt in U-Haft und bis auf einen mehrfach vorbestraft, teilten sich die Angeklagtenbank im größten Saal des Landesgerichtes – es sind zwei Österreicher, zwei Syrer und ein Kroate.

Angeklagte waren als „V-Männer“ aktiv
„Hauptsächlich haben sie Kokain aus anderen Ländern eingeführt, hier in Salzburg gelagert und einen Teil verkauft. Und den anderen Teil wieder in andere Länder ausgeführt, wie Italien und Slowenien“, fasst die Anklägerin zusammen. Die eineinhalb Jahre andauernden Ermittlungen bis Mitte 2024 wurden als „Operation Duplex“ geführt: „Der Großteil der Angeklagten waren Vertrauenspersonen der Polizei, die mit Ermittlern zusammengearbeitet haben. Diese Stellung haben sie versucht, auszunutzen und vom eigenen Drogenhandel abzulenken.“

50 Vernehmungen wurden durchgeführt, 23 Beschuldigte gibt es insgesamt – einige sind auch schon verurteilt. Als „Koordinator“, der auch selbst Kokain geschmuggelt und vertickt hat, gilt ein gebürtiger Salzburger (37): „Er hat sehr zur Wahrheitsfindung beigetragen“, merkte die Anklägerin an. Ihm werden Schmuggel und Handel von zumindest 100 Kilo vorgeworfen – auch Waffen soll er verkauft haben. Seine rechte Hand war ein Kroate (42): Er stellte seine Wohnung in Salzburg als Drogen-Bunker zur Verfügung und soll 40 Kilo Kokain transportiert sowie zumindest zehn verkauft haben. Die anderen waren im Verkauf und Lagern des Suchtgiftes beteiligt.

Mit Kokain-Einnahmen Zähne machen lassen
Mit dem Drogen-Geld haben die Angeklagten einen teuren Lebensstil geführt: Mit dem Kauf von hochpreisigen Autos und Uhren im Ausland haben sie das Geld gewaschen, sogar die Zähne ließen sie sich mit den Kokain-Einnahmen machen.

Vier der fünf Männer legten ein Geständnis ab. Am späten Montagnachmittag verkündete der Schöffensenat die Urteile: Für den Hauptangeklagten setzte es 13 Jahre Haft plus ein weiteres Jahr aufgrund einer älteren Straftat. Die anderen drei kassierten zwischen zehn und sechs Jahren Freiheitsstrafe. Im Falle des einzigen nicht geständigen Angeklagten wird noch verhandelt. Die Urteile sind bis auf eine Ausnahme nicht rechtskräftig.

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