Endspurt im Wahlkampf

Stimmenjagd mit Hammer und riesigem Wattestäbchen

Niederösterreich
11.01.2026 13:30

Symbolträchtig zeigen NEOS und KPÖ die aus ihrer Sicht vorherrschenden Probleme der Landeshauptstadt auf. Auch ÖVP, FPÖ und Grüne läuteten den Intensivwahlkampf ein.

Matthias Stadler hat es vorgemacht. Am Herrenplatz hat der SPÖ-Bürgermeister die intensive Wahlkampfphase eingeläutet. Die anderen Parteien ziehen zwei Wochen vor dem Urnengang nach. Und greifen in die Trickkiste.

Schuldenberg „zerschlagen“
Die NEOS rund um Spitzenkandidaten Bernd Pinzer und Landesparteivorsitzende Indra Collini wählten denselben Platz wie das Stadtoberhaupt – und packten dort den pinken Vorschlaghammer aus. Mit dem schweren Werkzeug in der Hand, zerschlug Pinzer symbolisch den auf Kartons dargestellten Schuldenberg St. Pöltens. „Wir haben zu hohe Schulden, steigende Gebühren und eine Stadtregierung, die den Überblick verloren hat“, betont er.

Max Zirngast erhielt Unterstützung aus Graz. KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr und ...
Max Zirngast erhielt Unterstützung aus Graz. KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr und Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer kamen in die NÖ Landeshauptstadt.(Bild: KPÖ)
Die NEOS packten den Vorschlaghammer aus und zertrümmerten symbolisch die „Schuldenpolitik“ der ...
Die NEOS packten den Vorschlaghammer aus und zertrümmerten symbolisch die „Schuldenpolitik“ der Stadt. Passend dazu lud Bernd Pinzer (Mitte), Indra Collini und Kollegen auch zu pinken Punschkrapferln.(Bild: NEOS)
Das „Ohr des Bürgermeisters“, eine Skulptur aus dem Jahr 1988 am Riemerplatz, reinigte Max ...
Das „Ohr des Bürgermeisters“, eine Skulptur aus dem Jahr 1988 am Riemerplatz, reinigte Max Zirngast von der KPÖ. „Vor allem viele Jungen fühlen sich nämlich nicht mehr gehört“, betont er.(Bild: KPÖ St. Pölten)

„Fühlen sich nicht gehört“
Deutlich softer gab sich Max Zirngast von der KPÖ – zumindest bei der Wahl der Utensilien. Er war nämlich mit einem riesigen Wattestäbchen am Riemerplatz. Dort steht bekanntlich eine das „Ohr des Bürgermeisters“ genannte Skulptur, die er damit gereinigt hat. „Wir haben viele Gespräche mit St. Pöltnern geführt. Vor allem junge Menschen fühlen sich nicht mehr gehört“, erklärt Zirngast. „Wir wollen das im Gemeinderat ändern“, so Zirngast, der auch Unterstützung der Grazer KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr erhielt. In St. Pölten ist die KPÖ aktuell nicht im Gemeinderat vertreten.

Die Grünen fordern eine Bodenschutzstrategie.
Die Grünen fordern eine Bodenschutzstrategie.(Bild: Die Grünen St. Pölten)

Die Grünen eröffneten mit der Forderung einer sofortigen „Versiegelungs-Notbremse“ den Intensivwahlkampf. „Genug ist genug“, so Walter Heimerl-Lesnik. Er drängt auf eine Bodenschutzstrategie und ein verbindliches Klimaschutzpaket für St. Pölten. Erst dann dürfe wieder an die Umsetzung neuer Großprojekte gedacht werden. „St. Pölten kann besser und lebenswerter sein“, unterstützt ihn dabei Parteichefin Leonore Gewessler.

Die ÖVP hatte am Samstag neben den Hausbesuchen laut eigenen Angaben auch 2000 Kontakte mit ...
Die ÖVP hatte am Samstag neben den Hausbesuchen laut eigenen Angaben auch 2000 Kontakte mit Menschen in der Innenstadt und dabei Kipferl und Äpfel verteilt.(Bild: VP St. Pölten)

Vor allem auf Gespräche setzte indes Florian Krumböck mit seinen ÖVP-Kollegen. 5200 Haushalte haben sie alleine am „Intensivtag“, wie sie den Samstag bezeichneten, laut eigenen Angaben besucht, verkündete Krumböck am Domplatz verkündete. „Einzelne Stimmen können ausschlaggebend sein, um die Absolute zu brechen und St. Pölten zu einer besseren Stadt zu machen“, ist er überzeugt.

Die FPÖ startete im Kulturhaus Wagram in die heiße Phase.
Die FPÖ startete im Kulturhaus Wagram in die heiße Phase.(Bild: Attila Molnar)

Unter dem Motto „Wir nehmen Kurs auf das Rathaus“ startete Samstagabend auch FPÖ-Spitzenkandidat Martin Antauer mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer in die letzte Phase vor dem Urnengang am 25. Jänner. „Lasst uns gemeinsam die rote Allmacht brechen. Für unsere Stadt. Für unsere Familien. Für unsere geliebte Heimat“, gab er sich im Kulturhaus Wagram kämpferisch.

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