Tierschützer warnen

Füttern verboten: Warum Brot Enten krank macht

Niederösterreich
09.01.2026 10:00

Sie ist sicher gut gemeint, die Futterhilfe am Winterwasser! Doch die Tierliebe kann für die Vogelwelt tödlich sein. Denn pickt das Federvieh allzu viele Krümel, kann es verenden.

Viele glauben, sie tun den Enten und Schwänen einen Gefallen, wenn sie alte Semmeln ins Wasser werfen. Doch die gut gemeinte Tierliebe kann tödlich enden. Denn Gebäck ist für Wasservögel, was billiges Fast Food für uns Menschen ist: „Es füllt den Magen – aber schadet dem Körper“, warnen Experten des Österreichischen Tierschutzvereines. „Brot enthält kaum Proteine, Vitamine oder essenzielle Fettsäuren. Gefiederte Fluss- und Teichbewohner, die regelmäßig Brot fressen, verlernen, ihre natürliche Nahrung zu suchen,“ erklärt auch Alfred Kofler vom „Assisi-Hof“ in Stockerau.

Engelsflügel-Syndrom
Die Folgen sind – laut Ornithologen der Vogelschutzorganisation „Birdlife“ dramatisch: geschwächtes Immunsystem, brüchiges Gefieder, erhöhte Sterblichkeit – besonders im Winter. Bei Jungtieren kann es zum gefürchteten Engelsflügel-Syndrom kommen, einer Wachstumsstörung durch falsche Ernährung. Und Brot quillt im Magen auf, verursacht Verstopfungen, Pilzinfektionen und Vergiftungen.

Doch damit nicht genug: Was nicht gefressen wird, sinkt auf den Grund, fault und lässt Algen sprießen. Ratten und andere Schädlinge werden angelockt – das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht. Wasservögel sind eigentlich Selbstversorger. In natürlichen Gewässern finden sie genug Wasserpflanzen, Samen und Insekten. Nur in stark besuchten Parks fehlen oft Pflanzen und Platz. „Die meisten Menschen wissen es nicht besser“, sagt Kofler. „Wenn wir verstehen, dass Brot schadet, zeigen wir echtes Tierwohl.“ Gemeinden sollten aufklären, informieren und artgerechte Alternativen anbieten.

Zitat Icon

Wenn wir verstehen, dass Brot schadet, zeigen wir echtes Tierwohl.Wer Enten liebt, lässt die Semmel im Korb.

Alfred Kofler vom „Assisi-Hof“ in Stockerau

50 Euro Strafe
Rechtlich gilt: In Österreich ist das Füttern an stehenden Gewässern meist verboten – in Wien kostet es sogar 50 Euro Strafe. Trotzdem sieht man täglich Besucher, die schnatternde Enten mit Brot überschütten. Fazit: Lieber Wasserlebewesen einmal leer ausgehen und sich selbst versorgen lassen, als gut gemeinte Hilfe, die krank macht. Kofler: „Wer Enten liebt, lässt die Semmel im Korb“

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