In einer beispiellosen Aktion mussten Feuerwehren aus Tirol und Bayern die Trinkwasserbehälter der Gemeinde Reith bei Seefeld (Tiroler Bezirk Innsbruck-Land) füllen. Wegen der starken Trockenheit der vergangenen Wochen waren die Sicherheitsgrenzen unterschritten worden.
An eine solche Situation kann sich der Reither Bürgermeister Dominik Hiltpolt nicht erinnern. Und einen ähnlichen Feuerwehreinsatz mit 60 Kräften von mehr als zehn Feuerwehren – davon sechs aus Bayern – hat es in ganz Tirol wohl auch kaum einmal gegeben.
Die Feuerwehren mussten am Montag mit Tankfahrzeugen rund 200.000 Liter Wasser von Seefeld zu den Hochbehältern des Tourismusorts Reith transportieren. Denn dort waren Alarmmarken unterschritten worden.
Wir haben am Wochenende festgestellt, dass sich die Hochbehälter nicht mehr im üblichen Ausmaß füllen.
Dominik Hiltpolt, Bürgermeister Reith bei Seefeld
Montagabend drohte kritische Situation
„Wir haben am Wochenende festgestellt, dass sich die Hochbehälter nicht mehr im üblichen Ausmaß füllen und errechnet, dass am Montag um 18 Uhr eine kritische Lage droht“, schildert Bürgermeister Hiltpolt im Gespräch mit der „Krone“.
Drei außergewöhnliche Faktoren hätten zu der heiklen Situation geführt. „Einerseits ist natürlich die anhaltende Trockenheit dafür verantwortlich. Dazu kam der hohe Verbrauch in den Hotels und Haushalten an den Feiertagen, außerdem gab es gleichzeitig einen Trinkwasseraustritt aufgrund eines defekten Ventils“, erklärt Hiltpolt.
Wasserhahn abgedreht
Die Gemeinde reagierte – und drehte in einzelnen Ortsteilen in den Nächten von Samstag auf Sonntag und Sonntag und Montag den Hahn ab – dort, wo dies vertretbar gewesen sei. Zudem wurde am Montag der spektakuläre Feuerwehreinsatz beschlossen: Mittels Tankwagen startete dann am späten Nachmittag die Befüllung der Hochbehälter. Dabei konnte man auch auf die Hilfe der benachbarten Wehren aus Bayern zählen.
Die Bayern übernahmen den Pendelverkehr von einem Hydranten in Seefeld nach Reith. Hier lud man das Wasser auf kleinere Fahrzeuge um und transportierte es über einen Waldweg zum Hochbehälter Feuertal.
Provisorische Trinkwasserleitung
Tanklöschfahrzeuge aus Reith, Seefeld und Scharnitz versorgten den Behälter Wilhelmshöhe – wieder mit Seefelder Wasser. Zudem wurde eine 400 Meter lange, provisorische Trinkwasserleitung von Seefeld hergestellt. Bis etwa 22.30 Uhr dauerte der Einsatz.
In der Nacht füllten sich die Behälter wieder, das defekte Ventil hat man repariert, die kritische Lage war überstanden. „Die Hochbehälter sind jetzt wieder bis zu 100 Prozent gefüllt“, zeigt sich BM Hiltpolt zufrieden.
Einen Zusammenhang mit dem für die Beschneiung des nahen Skigebiets Rosshütte benötigten Wassers habe es laut Hiltpolt nicht gegeben. Dies sei auch technisch unmöglich.
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