Expertin klärt auf

Fall Stefi P.: „Es gibt keinen Mord aus Liebe“

Steiermark
02.12.2025 20:00

Bei der Einvernahme hat Patrick M. den Mord an einer Grazer Influencerin gestanden und gab an: Er habe sie „geliebt“. Die Gewaltschutz-Expertin Michaela Gosch mahnt nun, Eifersucht in Beziehungen nicht zu verherrlichen.

Er soll Stefanie P. (32) erwürgt, in einem Koffer verpackt und dann in einem Waldstück in Slowenien verscharrt haben: Der Mord an der Grazer Visagistin und Influencerin schockierte das ganze Land. Der Verdächtige Patrick M. sagte nun via seiner Anwältin Astrid Wagner, er habe „Stefi im Zuge eines Eifersuchtsstreits umgebracht“.

In der Verteidigungsstrategie sieht Michaela Gosch, Geschäftsführerin der steirischen Frauenhäuser, ein gefährliches Narrativ: „Man mordet nicht aus Liebe! Wir halten Eifersucht oft fälschlicherweise für ein Zeichen für Liebe, aber sie hat damit nichts zu tun. Das sind Beschönigungen. Sie verschleiern die Gewalt und den Mord.“

In so gut wie jedem Fall von Gewalt an Frauen, der in den Frauenhäusern landet, sei Eifersucht ein Thema, erzählt Gosch aus der Praxis. „Auch viele Frauen halten Eifersucht für Liebe. Aber das ist ein Mythos, der entzaubert gehört.“

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Die veralteten Rollenbilder, wie ein Mann und eine Beziehung sein müssen, können tödlich enden.

Michaela Gosch, Geschäftsführerin der Frauenhäuser Steiermark

Das Empfinden alleine sei noch kein Problem, sagt Michaela Gosch. Das entstehe erst dann, wenn ein Partner beginnt, den anderen zu kontrollieren und Vorschriften zu machen. „Nicht jede Eifersucht ist gleich Gewalt – aber man muss sie ernst nehmen. In einer gesunden Beziehung muss man damit selbst einen Umgang finden – nicht der Partner oder die Partnerin.“

Gewaltschutz-Einrichtungen können oft erst dann eingreifen, wenn schon etwas passiert ist, deswegen sei es wichtig, schon früh Geschlechterrollen zu hinterfragen.

Hier finden Sie Hilfe bei Gewalt: Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555, Gewaltschutzzentrum Steiermark: 0316 77 41 99, Frauenhäuser Steiermark (Graz, Kapfenberg): 0800 20 20 17 (WhatsApp: 0316 42 99 00), Hilfetelefon bei Beziehungsgewalt: 0800 20 44 22, Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark/ Männerberatung: 0316 83 14 14.

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