Mit einem eigenen Prüfer kämpft Flachau gegen illegale Feriendomizile im Ort. Doch der Nachweis und die rechtliche Anfechtung sind für die Salzburger Gemeinde aufwendig.
Wie ein Geisterdorf wirkt Flachau nicht, wenn man durchfährt. Am Kreisverkehr liegt die neue Einsatzzentrale, vor dem Gemeindeamt führt eine kürzlich erst geschaffene Fahrradstraße durch das Dorf. Finanziell steht die Gemeinde solide da.
Aber was Bürgermeister Thomas Oberreiter (ÖVP) Sorgen bereitet, sind die vielen Zweitwohnsitze im Ort. Doch Flachau wehrt sich: „Wir stellen einen eigenen Prüfer an, der nicht nur die Ortstaxen, sondern auch Verdachtsfälle bei Zweitwohnsitzen prüft.“
Er schätzt die Zahl der Zweitwohnsitze auf rund 400 ein. Ein Teil davon ist sogar legal, weil er noch aus einer Zeit stammt, in der Zweitwohnsitze erlaubt waren. Für den Rest geht Oberreiter in einen schwierigen Kampf. „Wir müssen ja nachweisen, dass es ein illegaler Zweitwohnsitz ist und das ist sehr aufwendig!“, erklärt der Bürgermeister der „Krone“.
Wenige Einzelfälle durchgefochten
Über Monate hinweg muss ein Objekt beobachtet werden. Zum Teil würden auch Scheinwohnsitze angemeldet, trotzdem sei niemand dort. Das Risiko für die Eigentümer ist hoch: Theoretisch gehen die rechtlichen Möglichkeiten der Gemeinde bis zur Rückabwicklung des Kaufs.
Zumal viele Eigentümer auch nicht an andere Urlauber untervermieten dürfen. Denn in Anlagen mit fünf oder mehr Wohnungen ist das nicht erlaubt.
De facto hat die Gemeinde aber erst wenige Einzelfälle durchgefochten. Oberreiter sieht dennoch schon Erfolge. Allein die Tatsache, dass es einen Prüfer gibt, habe geholfen.
Schon die Botschaft, dass in Flachau geschaut werde, schrecke ab. In seinen ersten Jahren als Bürgermeister – 2008 ist Oberreiter erstmals gewählt worden – gab es noch viel mehr Zweitwohnsitze.
Dennoch wird im Netz auf vielen Immobilienportalen immer noch eifrig für Zweitwohnsitze geworben. Oberreiter wird nach 18 Jahren nicht noch einmal antreten. Um dieses Problem wird sich in Flachau sein Nachfolger kümmern müssen.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.