Bauprojekt gescheitert

Steppe in der Zwettler Innenstadt kostet Millionen

Niederösterreich
27.09.2025 06:15

Einst plante ein Investor in der Zwettler Innenstadt ein Einkaufszentrum am Areal einer ehemaligen Gärtnerei. Das Grundstück gewann durch die Umwidmung enorm an Wert. Nun setzt es Kritik der Grünen.

Noch vor der Gemeinderatswahl soll ÖVP-Stadtchef Franz Mold den Gemeinderat und die Bürger von Zwettl (NÖ) bewusst hinters Licht geführt haben, werfen ihm die Grünen vor. Grund dafür ist das ehemalige Gärtnereiareal in der Innenstadt Zwettls, auf dem Investor Reinhold Frasl das Einkaufszentrum „Kampcenter“ geplant hatte.

Immense Wertsteigerung
Seit Jahren sorgten Vorgänge rund um das Projekt für politischen Unfrieden. So sehr, dass Grünen-Obfrau Silvia Moser bereits auch den Rücktritt des Bürgermeisters forderte. Laut Stadt kaufte Frasl das Areal um 1,1 Millionen Euro. Nach Umwidmung, die den Grundstückswert massiv erhöhte, und – laut Grünen – auch Kreditbelastungen von 2,8 Millionen Euro sagte der Investor das Projekt ab und bot es um 2,5 Millionen Euro zum Verkauf an.

Nicht so leicht zurückzuwidmen
Laut einem privaten Raumordnungsbüro kann das Grundstück nicht so leicht rückgewidmet werden – das bestätigen auch Experten des Landes. Gemeinsam mit zwei Regionalbanken wollten Stadt und Stadtchef das Areal kaufen, um das Grundstück im Herzen von Zwettl nicht weiter zur Steppe verkommen zu lassen – die „Krone“ berichtete.

Heftige Kritik üben die Zwettler Grünen Günter Widhalm und Evelyn Steindl.
Heftige Kritik üben die Zwettler Grünen Günter Widhalm und Evelyn Steindl.(Bild: René Denk)

Dringlichkeit für Optionsvertrag
Noch vor der Wahl im Dezember brachte man einen Dringlichkeitsantrag ein, in dem angeführt war, dass ein Optionsvertrag mit Frasl schon ab 1. Jänner gelten soll. Mitte Juli platzten aber die Vertragsverhandlungen, die Grünen fühlen sich verraten und verkauft. Bürgermeister Mold hätte vorgegaukelt, bereits einen Vertrag zu haben – damit auch vor der Wahl noch Ruhe einkehre.

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Natürlich wusste ich, dass der konkrete Vertrag zum Zeitpunkt des Beschlusses nicht vorliegt – ebenso wie alle Mitglieder des Gemeinderates.

ÖVP-Stadtchef Franz Mold

Stadtchef wehrt sich
„Er hat allen ein X für ein U vorgemacht“, sagen die Grün-Gemeinderäte Evelyn Steindl und Günter Widhalm. Das negiert der Stadtchef. Es gebe auch weiterhin das Vorkaufsrecht der Stadt auf das Areal. Frasl wolle es nun wieder selbst weiterentwickeln, so Mold.

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