Skispringerin Sara Marita Kramer hat überraschend früh die Ski an den Nagel gehängt. Petra Kronberger weiß, wie schwer eine solche Entscheidung sein kann. Die Salzburgerin blickt in der „Krone“ zurück auf ihren eigenen frühen Abschied vom Spitzensport und zieht Parallelen zu Kramer.
Wer im Spitzensport reüssiert, steht automatisch im Rampenlicht. Der Druck steigt oft ins Unermessliche. Das ist nicht jedermanns Sache.
Skispringerin Sara Marita Kramer verlor die Freude am Sport und beendete ihre Laufbahn mit nur 23 Jahren. Das Feuer der Pinzgauerin war erloschen. Dabei wurden Erinnerungen an den Rücktritt von Petra Kronberger wach. Die Pfarrwerfenerin war die beste Skirennläuferin der Welt. Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Gewinnerin des Gesamtweltcups – sie hatte sportlich alles erreicht. Und hörte 1992 ebenfalls mit nur 23 Jahren auf. In der „Krone“ spricht sie über Kramer und was sie einst gefühlt hat.
Beim Alter hat es mich zu meinem eigenen Karriereende ,zurückgebeamt’. 23 Jahre – das ist einfach sehr jung
Petra Kronberger
„Die Nachricht von Sara hat mich überrascht. Ich dachte: ,Jetzt ist es also soweit.’ Ich habe mich einige Male gefragt, wie es ihr geht. Ob sie wieder ganz gesund ist und die Motivation nochmals findet. Beim Alter hat es mich zu meinem eigenen Karriereende ,zurückgebeamt’. 23 Jahre – das ist einfach sehr jung.“
Auch bei Kronberger fehlten seinerzeit „das Feuer, die Freude, die Ziele. Ich fühlte Erschöpfung und Leere.“ Ihr Rücktritt war seinerzeit die logische Konsequenz.
Die Suche nach einer Aufgabe, die man mit ähnlicher Konsequenz verfolgt, erwies sich als schwierig. „Bei solchen Lebensübergängen geht es stark um Identität, also das, was den Menschen ausmacht. Welche Anteile lasse ich zurück? Wie gelingt es, neue aufzubauen? Es kann ein längerer, schmerzhafter Prozess sein, mit Phasen der Orientierungslosigkeit und Unsicherheit sowie mit einer Menge an Verlusten.“ Für Kronberger war es eine große Aufgabe, Neues aufzubauen. „Deshalb fände ich es wichtig, dass es für solche Phasen Menschen als Begleitung gibt, die das selbst erlebt haben“, hofft sie auf Unterstützung.
Das Karriereende mit 23 Jahren war für die Ski-Legende „wie ein Fall ohne Netz. Es war schwierig, mir vorzustellen, was mit diesem Schritt auf mich zukommt.“ Zugleich war der Start ins Leben nach dem Spitzensport, ohne Druck und Rampenlicht, auch „sehr befreiend“.
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