Der erste FPÖ-„Vollzeitbürgermeister“ tritt sein Amt an. „Krone“-Niederösterreich Redaktionsleiter Lukas Lusetzky analysiert, wie „blau“ jetzt Niederösterreich ist. Auch Schwarz und Rot fügen sich perfekt in den bunten Polit-Reigen ein ...
Diesmal ist es keine Halbzeitlösung wie vor fünf Jahren in Bad Großpertholz: Die Freiheitlichen schreiben tatsächlich Polit-Geschichte. Erstmals wird – mit Hilfe der SPÖ – ein Blauer Bürgermeister: Werner Herbert lenkt künftig die Geschicke von Enzersdorf an der Fischa. Diesen Erfolg können sich die Freiheitlichen an die Fahne heften. Gerasdorf und Pernitz sind noch möglich, viel mehr Bürgermeister werden es nicht werden.
Wie blau ist denn nun Niederösterreich auf Gemeindeebene? Vor der Gemeinderatswahl waren die blauen Hoffnungen um einiges größer. Mit dem Zugewinn von rund 840 Gemeinderatssitzen in 444 Kommunen konnte man die Zahl der Sitze aber verdreifachen – da kann man sich schon als Sieger-Partei fühlen.
Doch dieses Gefühl sitzt auch bei der Volkspartei tief: Mehr Bürgermeister als nach der Rekordwahl 2020 sind ab sofort „schwarz“. Und ÖVP-Landesparteiobfrau Johanna Mikl-Leitner hat mit diesem Erfolg den zuletzt offen ausgetragenen „Bauernaufstand“ in der Partei im Keim erstickt. Sie geht gestärkt in die Zukunft – und hat ihre (Macht-)Position in der Bundespartei nicht nur gefestigt, sondern sogar ausgebaut. Insider berichten, dass Mikl-Leitners Gegner völlig entmachtet, manche sogar ins Partei-Exil geschickt wurden.
Auch die SPÖ unter Sven Hergovich kann den einen oder anderen Erfolg für sich verbuchen. Was, auch wenn Hergovich als Minister in die Bundesregierung nach Wien wechselt, in den politischen Geschichtsbüchern stehen wird: Die SPÖ machte durch ihre Unterstützung den ersten blauen Vollzeitbürgermeister in Niederösterreich möglich.
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