05.07.2013 14:25 |

Einbruch vermeiden

Ungewollte Einbruchshilfen in der Urlaubszeit

Urlaubszeit ist gleichzeitig Hochsaison für Einbrecher! Auch wenn man in all dem Ferien-Vorbereitungsstress gerade dieses Thema nur allzu gerne verdrängt, sollte man sich mit einigen wichtigen Aspekten befassen. So lassen sich ein böses Erwachen bei der Heimkehr vom Urlaub und finanzieller Schaden verhindern. Denn Versicherungen sind oft nur unter bestimmten Bedingungen zur Zahlung verpflichtet.

"Wird schon nichts passieren!" Beinahe jeder, dessen Haus oder Wohnung in der Zeit seiner Abwesenheit von Einbrechern heimgesucht wurde, war fest davon überzeugt, dass es alle anderen treffen könnte – nur eben ihn selbst nicht…

"Es ist schon fast faszinierend zu sehen, mit welcher Konsequenz das Thema Einbruchsschutz von den meisten verdrängt wird", unterstreicht auch Sicherheitsprofi Thomas Hoschitz von der "Sicherheitswelt" in der Blauen Lagune bei Wien.

Das Fatale daran: Es wird häufig nicht nur auf sorgfältige Objektsicherung vergessen, sondern der Einbruch "mit schon fahrlässig zu nennenden Handlungen sogar noch wesentlich erleichtert", so Hoschitz, der aus seiner Berufs- und Beratungspraxis ein (Klage-)Lied von ungewollten Einbruchshilfen der urlaubenden Bewohner singen kann.

Die Negativ-Hitliste der Einbruchshilfen:

Platz 1: Das gekippte Fenster
So unglaublich es klingt, aber auf Platz eins der fahrlässigen Einbruchshilfen liegt - auch während der Urlaubszeit – das gekippte sowie leicht erreichbare Fenster. Auch bei längerer Abwesenheit werden Fenster in Kippstellung gehalten, um stickige Luft bei der Rückkehr zu vermeiden. "In diesem Fall kommt der Besitzer seiner Versperrpflicht bei Abwesenheit nicht nach. Das heißt: Er handelt grob fahrlässig und die Versicherung ist hier von der Zahlungspflicht befreit", betont Hoschitz. Ein aktuelles OGH-Urteil hat dies übrigens jetzt bestätigt und eine Versicherung aufgrund "grober Fahrlässigkeit" der Gebäudebesitzer von der Zahlungspflicht befreit.

Platz 2: Der Hausschlüssel unter Stein oder Fußmatte
Das "Versteck" unter Fußmatte, Blumentopf oder Stein scheint ja so praktisch zu sein - und verlieren kann man die Schlüssel im Urlaub auch nicht... "Das sind meist die ersten Stellen, an denen Einbrecher bei Objekten, die leerstehend wirken, nachsehen", so Hoschitz. Bequemer geht es für die ungebetenen Gäste nicht mehr. Mit der Versicherung können sich hier schwerwiegende Problem ergeben, da das Objekt mit dem Schlüssel ja ordnungsgemäß geöffnet wurde. "Bitte – auch keine Fake-Steine aus dem Versandhandel bestellen. Diese sind für die zum Teil sehr gut informierten Täter besonders leicht zu erkennen", rät Hoschitz.

Platz 3: Der Safeschlüssel im Haus
Ein guter Safe schützt die Wertgegenstände zuverlässig. Ja, aber nur dann, wenn der Schlüssel nicht im Haus auffindbar ist. "Wird der Safe bei einem Einbruch mit dem Schlüssel geöffnet, handelt es sich aus Sicht der Versicherung meist um eine ordnungsgemäße Öffnung. Schwierig wird es dann bei den Zahlungen", so Hoschitz. Auch bei den Zahlenkombinationen fordert der Sicherheitsprofi zu mehr Fantasie auf. "Um ja die Kombination nicht zu vergessen, werden noch immer die einfachsten Zahlenfolgen gewählt – bis hin zu 1-2-3-4." Für den Urlaub gilt: Den Safeschlüssel mitnehmen oder bei Verwandten oder im Schließfach einer Bank deponieren.

Platz 4: Die Adresse am Koffer
Beim langen Anstellen bei den Check-in-Schaltern werden die Koffer mit großen, deutlich lesbaren Namens- und Adressenschildern relativ achtlos mitgeführt. "Es ist durchaus Praxis von Einbrecherbanden, dabei in aller Ruhe und in der Hektik unbemerkt an Namen und Adressen von Urlaubern heranzukommen", so Hoschitz. Tipp: Moderne Koffer haben ein verstecktes Fach für die persönlichen Daten. Wenn nicht, Adresse an unauffälliger Stelle anbringen – und den Koffer am Flughafen im Auge behalten.

Platz 5: Urlaubsnachrichten auf Anrufbeantworter, sozialen Netzen und Co.
So sehr man sich auf den Urlaub freut und sicherheitshalber alle davon verständigen will - Urlaubsansagen, die die Zeit der Abwesenheit beinhalten, haben weder am Anrufbeantworter noch auf Facebook und Co. etwas zu suchen.

Tipps vom Sicherheitsprofi

Um Einbrüche oder nachfolgende Diskussionen mit der Versicherung zu vermeiden, einige Tipps von Thomas Hoschitz:

  • Eigentumsnachweis anlegen: Dabei handelt es sich um ein Formular, das bei den Polizei-Dienststellen bzw. auch leicht aus dem Internet heruntergeladen werden kann. In diesem Verzeichnis werden die wichtigsten Wertgegenstände mit Nachweisen eingetragen, z.B. bei Geräten die Seriennummer. "Das ist insofern auch wichtig, da im Schadensfall Rechnungen für die Versicherungen vorgelegt werden müssen. Viele heben jedoch solche Rechnungen nicht über einen längeren Zeitraum auf." Dieser Eigentumsnachweis sollte am besten in den Urlaub mitgenommen werden und auch wertvollere Gegenstände (z.B. Kamera, Laptop etc.), die mitgeführt werden, beinhalten. "Auch im Urlaub kann es zu Diebstählen kommen. Dann sind die entsprechenden Angaben zu den gestohlenen Gegenständen besonders einfach zu machen", rät Hoschitz.
  • Zeitschaltuhr und Fake-TV: Als nicht sehr kostenintensive und auch kurzfristig vor dem Urlaub anzubringende Maßnahmen, rät Hoschitz zu Zeitschaltuhren (auf unregelmäßige Intervalle achten) und sogenannte "Fake-TVs", die den Betrieb von Fernsehgeräten simulieren und so das Objekt bewohnbar erscheinen lassen. Hoschitz: "Das ist viel besser als Alarmanlagen-Attrappen. Einbrecher erkennen diese meist auf den ersten Blick." Auch auf die "Klassiker-Maßnahmen", wie z.B. regelmäßige Postkasten-Entleerung, nicht vergessen.
  • Alarmanlagen-Service: Wer bereits eine Alarmanlage besitzt, sollte vor Urlaubsantritt rechtzeitig (!) ein Service durchführen lassen.
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