02.07.2013 21:29 |

Kerberos und Styx

Pluto-Monde vier und fünf haben jetzt einen Namen

Die 2011 und im Vorjahr entdeckten Monde vier und fünf des Zwergplaneten Pluto haben jetzt Namen - und sie klingen furchteinflößend. Kerberos und Styx heißen die beiden für astronomische Verhältnisse winzigen Himmelsobjekte. Das habe die Internationale Astronomische Union nun offiziell anerkannt, berichtete am Dienstag das SETI-Institut im kalifornischen Mountain View.

Kerberos (auf dem Bild als P4 bezeichnet) ist nach der griechischen Mythologie der dreiköpfige Höllenhund, der das Jenseits bewacht. Styx (P5) ist der Fluss, der die Welt der Lebenden von jener der Toten trennt. Die drei schon länger bekannten Trabanten haben die Namen Charon, Nix und Hydra - ebenfalls allesamt Figuren aus der Mythologie.

Über Namen im Web abgestimmt
Die Namen für die Monde, die bis dato die provisorischen Namen P4 und P5 trugen, sind aus einer Internetumfrage hervorgegangen, bei der Astronomie-Interessierte bis zum 25. Februar Vorschläge einreichen und über diese abstimmen konnten. Allerdings waren sie nur auf Platz zwei und drei gereiht worden, den ersten Platz machte "Vulkan" - genau wie der fiktive Planet, von dem Mr. Spock aus der Serie "Raumschiff Enterprise" stammt. Der Namensvorschlag Vulkan kam vom Schauspieler William Shatner, der als Captain Kirk einst Spocks Vorgesetzter auf dem Raumschiff war. Die Wissenschaftler entschieden sich aber dagegen, weil der Begriff Vulkan schon in der Astronomie verwendet wird und der Pluto keine Beziehung zu dem römischen Gott hat.

Styx und Kerberos mithilfe von "Hubble" entdeckt
Kerberos (auf Bild 1 rechts), der auf einen Durchmesser von 14 bis 34 Kilometern geschätzt wird, wurde erstmals auf einem Foto, das die Wide Field Camera 3 des Weltraumobservatoriums "Hubble" (Bild 2) am 28. Juni 2011 aufnahm, entdeckt. Auf weiteren Aufnahmen, die am 3. und 18. Juli des gleichen Jahres gemacht wurden, konnte Kerberos schließlich bestätigt werden.

Der im Juli des Vorjahres ebenfalls mit "Hubble"-Hilfe entdeckte Trabant Styx (links) ist ein unregelmäßig geformter Brocken mit einem Durchmesser zwischen zehn und 25 Kilometern, der Pluto auf einer nahezu kreisförmigen Bahn in einem Abstand von knapp 47.000 Kilometern umrundet.

Pluto wurde 2006 zu Kleinplanet degradiert
Von seiner Entdeckung am 18. Februar 1930 bis zur Neudefinition des Begriffs "Planet" am 24. August 2006 durch die Internationale Astronomische Union war der Pluto der neunte und äußerste Planet unseres Sonnensystems. In Folge wurde er zum Zwergplaneten degradiert und mit der Kleinplanetennummer 34340 versehen, sodass seine vollständige offizielle Bezeichnung nunmehr "(134340) Pluto" lautet.

Nach Gott der Unterwelt benannt

Mit einem Durchmesser von etwa 2.390 Kilometern ist Pluto etwas kleiner als unser Mond. Da er durchschnittlich 40-mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, herrscht auf dem Zwergplaneten ständige Dunkelheit, die Temperatur auf der Oberfläche beträgt etwa minus 230 Grad Celsius. Diese unwirtliche Kombination aus Finsternis und Kälte hat mit dazu geführt, dass er nach dem römischen Gott der Unterwelt, Pluto, benannt wurde.

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