Der Bahnhof für die Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm ist offiziell eröffnet. Der 18,5 Millionen Euro teure Bau spielt technisch alle Stückerl, Toiletten hat man allerdings keine eingebaut. Ein Ortschef löste doch noch das WC-Dilemma ...
Den anwesenden Journalisten lag die Frage auf der Zunge. Gestellt hat sie bei der offiziellen Eröffnung des Bahnhofs Maishofen am Donnerstag aber ein Mann, der eben aus einem Regionalzug ausgestiegen war. „Ist da wo ein Klo“, platzte es aus ihm heraus. Damit traf er einen wunden Punkt. Der 18,5 Millionen teure Bau ist zwar der wichtigste Knotenpunkt für die Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm. Toiletten gibt es – wie mehrfach berichtet – allerdings nicht.
Für Toiletten gibt es zu wenige Fahrgäste
Warum? Die ÖBB errichten bei ihren Haltestellen nur WC-Anlagen, wenn es dort im Schnitt täglich mehr als 1000 Ein- und Ausstiege gibt. Diese Kennzahl wird in der beschaulichen Pinzgauer Gemeinde nicht erreicht. Bei der Ski-WM wird das freilich ganz anders sein. Die Haltestelle „Maishofen-Saalbach“ – so der offizielle Name – soll Dreh- und Angelpunkt für alle Fans und Zuschauer werden. Im Glemmtal selbst gibt es kaum Parkplätze, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist mehr als empfehlenswert. „Wenn jeder mit dem Auto kommt, wird es schwierig werden“, betonen die WM-Verantwortlichen gebetsmühlenartig. Doch wo sollen die tausenden Bahnfahrer während der Weltmeisterschaften ihre Notdurft verrichten? Droht am Maishofener Bahnhof gar eine „Kackastrophe“? Nein!
Container werden nach der WM wieder abgebaut
Ortschef Stefan Aglassinger hat sich um eine Lösung bemüht. Eine Baufirma stellt kostenlos zwei Container zur Verfügung, diese werden zu mobilen Toiletten-Anlagen. „Wir haben dann 14 bis 16 WCs, das muss reichen“, meint der Bürgermeister sichtlich genervt. Mit Ende der WM baut man die Klo-Container wieder ab. Aglassinger: „Der Bahnhof hatte jahrelang kein Klo – es hat keinen gestört.“
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